Über die Behandlung der Magenerweiterung durch eine neue Methode mittelst der Magenpumpe (1869) / Adolf Kumåul ; eingeleitet von Wilhelm Ebstein.
- Adolf Kußmaul
- Date:
- 1912
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Credit: Über die Behandlung der Magenerweiterung durch eine neue Methode mittelst der Magenpumpe (1869) / Adolf Kumåul ; eingeleitet von Wilhelm Ebstein. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![lang angewandten täglichen Reinigungen des Magens mit Soda, unterschwefligsaurem Natron und schließlich Kreosotwasser. Von Interesse aber ist auch die Anwendung, die Pat. von der Magenpumpe machte, sobald er sich eine Indigestion zuzog; wie klein ist gegen diese neue Raffiniertheit des Schwarzwälder Wollspinners die klassische „Consuetudo vomitandi“ (Sueton) eines Vitellius und anderer berühmter Schlemmer der großen Römerzeit, denen nur das Manöver des gaumenkitzelnden Fingers oder Federbarts zu Gebote stand. Beobachtung 11. Mann, 33 Jahre alt. Bedeutende Magenerweiterung. Beginn des Magenleidens vor 8 Jahren. Besserung durch die Pumpe. Ein großer, kräftig gebauter, früher gesunder, in ärmlichen Verhältnissen lebender Weber begann vor 8 Jahren an Dyspepsie zu leiden. Pat. empfand nach dem Essen ein Gefühl von Drücken und Brennen, litt an Ructus, die Völle der Magengegend nahm zu, bis 2—3 Stunden nach dem Essen Erbrechen eintrat und ihm Erleichterung verschaffte. Anfangs wurden nur einige Mund voll, später größere Mengen grauer saurer Massen er- brochen. In den ersten Jahren kamen noch Pausen von etlichen Monaten, wo Pat. nicht erbrach; in solchen Zeiten litt er an Diarrhoe, während er sonst verstopft war. Nie kam Blut mit Erbrechen oder Stuhl, nie ein heftiger kardialgischer Schmerz, Pat. hatte nur unangenehmes Brennen, was namentlich in den letzten Monaten stärker geworden war. Im Herbst fühlte sich Pat. immer schlechter als im Frühjahr. In den letzten 4—5 Wochen kam das Ei’brechen [66] täglich; erst seitdem be- merkte Pat. eine Abmagerung, schlief schlecht, wurde schwach und unfähig zur Arbeit. Bei seiner Aufnahme am 28. April 1868 fand man eine bedeutende Magenerweiterung mit Verrückung nach abwärts. Die große Kurvatur erreichte fast die Symphysis ossium pubis; die peristaltischen Bewegungen waren sichtbar. Pat. erbrach täglich einmal 5—8 Schoppen einer sauren graulichen Flüssig- keit mit halbverdauten Speiseteilen und einer großen Menge Sarcine. Dabei hartnäckige Verstopfung und schlechter Schlaf. Eine Geschwulst ließ sich nicht auffinden. Man versuchte zunächst drastische Pillen ohne Erfolg, und griff am 7. Mai zur Pumpe. Die Einführung der Sonde ging ohne Würgen sehr leicht vor sich, ebenso die Entleerung und Reinigung des Magens. Bis zum 30. Mai nahm man sechsmal die Auswaschung mit Vichywasser vor, von diesem Tag an aber mit einer schwachen Lösung von Natron subsulphui'osum, und zwar bis zu seinem Austritt am 13. Juni fünfmal. Pat. meinte,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28069249_0064.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)