Erfahrungen über die Gallensteinkrankheit mit und ohne Icterus.
- Riedel, Bernhard Moritz Carl Ludwig, 1846-1916.
- Date:
- 1892
Licence: Public Domain Mark
Credit: Erfahrungen über die Gallensteinkrankheit mit und ohne Icterus. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Kranke iiiil schleichf-inlcni Vcrl;iur fics Leidens. bei der Untersuchung von Ciallenstcinkranken in Narkose ungemein vorsichtig sein soll; bei der kräftigen, wohlgenährten Frau konnte Niemand so schwere vStörungen in der TlvSc vc*rmuthen, und doch waren sie in ausserordentlich gefährlicher Weise vorhanden. Noch instructiver war folgender zufällig b(;i der Section eines 68jährigen Herrn erhobener Befund: Pylorus mit der Gallenblase fast verwachsen, letzU-re um Steine rontrahirt. Verwachsungsstelle auf der Magenschleimhaut durch flache Narbe kenntlich; im Centrum dieser Narbe zwei Fisteln, welche in die Gallenblase einmünden; eine Sonde gelangt direct aus dem Magen durch beide feine Fisteln hindurch auf die Steine in der Gallenblase. Papilla üuodeni stellt einen schlaffen oedematösen hasel- nussgrossen in den Darm hineinragenden Tumor dar. Der Obducirte war ein hochgebildeter, intelligenter, allerdings etwas nervöser, wenn man will, wunderlicher Mann; er kam wegen Prostatahypertrophie 14 Tage vor seinem Tode in Behandlung und starb ganz plötzlich an Embolie beider Lungenarterien, bedingt durch zerfallenen Thrombus der linken Vena saph. mag. Oft habe ich mich mit dem interessanten alten Herrn und seiner Frau unterhalten. Auch nicht ein einziges Mal wurde über frühere oder jetzt vor- handene Magenbeschwerden geklagt, so redselig die beiden Leute auch waren. Hätte er Schmerzen gehabt — seine ganz sich ihm widmende Frau hätte unbedingt davon erzählt; sie wusste immer nur von grosser „Nervosität zu berichten. Und dabei diese schweren Veränderungen, die zweifache Perforation des Magens, die Fixation desselben! Es muss also hidividuen geben mit ganz kolossaler Indiffe- rentheit gegen Gallensteine sowohl, als gegen die schlimmsten \er- wüstungen, welche durch dieselben angerichtet werden. 7 Kranke hatten Leibschmerzen und Druck vor dem ]Magen vom Anfange bis zum Ende der Krankheit, ohne jemals schwere Anfälle von Gallensteinkoliken zu erleben. Zwei von diesen Pa- tienten zeichneten sich durch grosse, ganz weiche, Galle neben den Steinen enthaltende Gallenblasen aus; sie machten diagnostisch grosse Schwierigkeiten, worauf wir später zurückkommen (No. 16 und 18). Eine Patientin (No. 15) hatte trotz der relativ geringfügigen Er- scheinungen, trotzdem, dass bei der Incision in die Gallenblase klares Serum entleert wurde, 5 Jahre zuvor Perforation durch die vorderen Bauchdecken erlebt und litt seitdem an Fisteln; wir werden den Fall bei der Therapie genauer berücksichtigen. Patientin No. 46 litt nur noch an Verwachsungen zwischen Gallenblase und Ductus cj'sticus einerseits, Col. transv. andererseits, als sie in Behandlung kam. Sie war 2 Jahre zuvor an Magencatarrh, Erbrechen und Icterus erkrankt; letzterer wurde von ihrem Arzte als catarrhalischer aufgefasst, zumal er nach 4 Wochen von selbst verschwand; es restirte dauerndes](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2120942x_0037.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)