Erfahrungen über die Gallensteinkrankheit mit und ohne Icterus.
- Riedel, Bernhard Moritz Carl Ludwig, 1846-1916.
- Date:
- 1892
Licence: Public Domain Mark
Credit: Erfahrungen über die Gallensteinkrankheit mit und ohne Icterus. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Die Hernia lineae alliae ])roperitonealis. ai-j sehe Schwierigkeiten, weil man selbstverständlich einen Tumor über- haupt nicht fühlt; die Kranken klagen nur über Magenbeschwerden und Schmerz sowohl bei Druck auf die betreffende Stelle, als auch über spontane Empfindlichkeit. Findet sich nun gleichzeitig ein Schnürlappen an der Leber, der sich bis an die Mittellinie er- streckt, so kann man in der That an Gallensteine denken: Frl. K., 45 Jahre alt, aiifg. 22. October i8yi (No. 64), ist zuerst 1874 magen- leidend gewesen; damals bestand Verdacht auf Ulcus Ventriculi i Jahr lang, dann ging es ihr relativ gut, doch musste sie sich sehr mit dem Essen in Acht nehmen. Nach einem Diätfehler trat im März 1885 Aufstossen, Uebelkeit und Erbrechen ein; seitdem fast jeden Tag Yg Stunde nach dem Essen Schmerzen, die etwa eine Stunde dauern, dabei selten Aufstossen, kein Erbrechen; Magen etwas aufgetrieben. Mehrere Wochen lang Schmerzen in der linken Seite, die nach dem Schenkel hin ausstrahlen. Am 30. Nov. 1885 wurde sie xo'a einer hiesigen Autorität untersucht; derselbe fand folgendes: Bleiches Aussehen bei guter Ernährung. Magen etwas dilatirt, Empfind- lichkeit bei Druck oberhalb des Nabels in der Mittellinie. Linke Nierengegend sehr empfindlich bei Druck von vorne nach hinten, kein lumor oder die Niere zu fühlen. In Folge der vorgeschriebenen Diät ging es der Patientin zuerst leidlich gut, später kehrten die Magenbeschwerden zurück und verliessen sie nicht wieder bis Anfang 1891. Damals wurde der Appetit besser, aber die Schmerzen oberhalb des Nabels zeigten sich höchstens noch intensiver, so dass jetzt ihr Bruder, ein sehr tüchtiger Arzt, eine Hernia lineae albae für wahrscheinlich erklärte; er schickte die Kranke mit dem Bemerken, dass eine solche Hernia wahrscheinlich, aber nicht sicher zu finden sei. Die Untersuchung der blassen aber sonst sehr gut conservirten Dame ergab eine ganz leichte flache Prominenz 2 Fingerbreit oberhalb des Nabels, die spontan wie auf Druck sehr empfindlich war; eine Geschwulst Avar nicht zu fühlen; man sah mehr, als man fühlte. Unterer Leberrand nicht sicher fühlbar, vermehrte Resistenz rechterseits von der Prominenz. 23. October: Inc. auf dieselbe; das ziemlich derbe Fettpolster wird durch- schnitten, die Fascie freigelegt, keine Spur von einer Geschwulst. Nach Verlängerung des Schnittes nach oben sah man endlich ein minimales Fettträubchen, das etwas dunkler gefärbt war, wie das subcutane Fettgewebe; es trat aus einem Spalte in der Fascie hervor und i cm höher fand sich ein gleiches Fettträubchen. Nachdem die zwischen beiden Löchelchen gelegene Fascie gespalten war, traf man auf ein taubeneigrosses Lipom, das sich zwischen Fascie und Peritoneum entwickelt hatte; es beherbergte einen 2—3 cm langen Bruchsack, der in eine Peritoneallücke von ^'^ cm Durchmesser führte; durch diese Lücke hindurch sah man die einen Schnürlappen nach unten schickende Leber. Entfernung des Lipomes samt dem Bruchsacke; der abgebundene Stiel repräsentirt noch immer einen kleinen Tumor, der also zwischen Peritoneum und Fascia transversa liegen bleibt. Reactionsloser Verlauf, doch werden zuerst noch wiederholt Leibschmerzen geklagt, die aber vom 10. November an aufzuhören scheinen; sie sind vielleicht auf die Existenz des meist aus Catgut bestehenden Tumors zurückzuführen. 15. Novbr.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2120942x_0061.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)