Altes und Neues über Pepsinbildung, Magenverdauung und Krankenkost gestüzt auf eigene Beobachtungen an einem gastrotomierten Manne.
- Aleksandr Herzen
- Date:
- 1885
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Credit: Altes und Neues über Pepsinbildung, Magenverdauung und Krankenkost gestüzt auf eigene Beobachtungen an einem gastrotomierten Manne. Source: Wellcome Collection.
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![wandte. Dieser gab ihm zuerst ein Brechmittel; nachdem er ihn hatte Wasser trinken lassen, wurde dieses mit viel Schleim und Speichel er- brochen; die erbrochenen Substanzen röteten Lackmuspapier intensiv und enthielten ein wenig Phosphorsäure. Wurde die Flüssigkeit mit Biweiß- würfeln in den Brütofen gebracht, so verdaute sie fast nichts. Sohcf] dachte zuerst an einen Katarrh, aber der Versuch einer sehr mäßigen Lebensweise: Weißbrot, Bouillon und als Getränk Eiswasser, blieb ganz lieh erfolglos, der Patient befand sich dabei schlechter. Schiit ver- suchte darauf den Überschuß von Magensäure zu neutralisieren, indem er soviel als möglich die Sekretion von Pepsin begünstigte. Zu diesem /wecke riet er dem Kranken, immer wenn seine Pyrosis sich bemerkbar machte, ein Stück trockenes Brot von 50 bis 100 g zu essen und sich mit diesem Heilmittel für seine Arbeit im Gebirge und für die Nacht zu ver- sehen. Diese Medikation war von Erfolg gekrönt. Die Anfälle wurden er- träglicher und konnten oft unterdrückt werden. Der Kranke erhielt seine Kräfte wieder und auch der Appetit stellte sich wieder ein; doch war er nicht geheilt; denn er verspürte noch 8- oder lOmal die prodromalen Symptome der Pyrosis. Wenn er seit einigen Stunden kein Brot gegessen hatte, dann machte sich das Übel fühlbar. Mit Wiederbeginn des Sommers trat vollständige Wiederherstellung ein. Im dritten Winter erschien die Pyrosia wieder, aber sie hielt nur sechs Wochen an und belästigte den Kranken nicht viel; er verfuhr genau nach Schiff's Angabe und unter- drückte den beginnenden Anfall dadurch, daß er Brot aß. Wenn in diesem Falle die Peptogene die Krankheit nicht heilten, so haben sie doch das schwerste der Symptome gebessert, indem sie die Wirkung der Magensäure einschränkten. Scuiki-' bemerkt noch, daß er eine lange Liste von Beobachtungen besitze, in denen der Gebrauch der Bouillon, des Dextrins, des Brotdekokts etc. die gesunkene Ver- dauungskraft wieder gekräftigt hat. Die Peptogene wirken bei dem Menschen nicht anders als bei den Tieren. Schiff empfiehlt sehr den versuchsweisen Gebrauch derselben in der Rekonvaleszenz von fieberhaften Krankheiten, nach deren Beendigung sehr oft ein dyspeptischer Zustand zurückbleibt, infolgedessen die Arbeit des Magens sich nicht mit der genügenden Energie vollzieht, um dem geschwächten Organismus den erforderlichen Überschuß an Assimilations- stoffen zu liefern. Diesen Beispielen, welche ich absichtlich aus dem Werke Seim i s entnahm, damit ein jeder dort die Details nachlesen könne, könnte ich noch eine lange Reihe von nicht weniger bemerkenswerten Fällen hinzu- fügen, die teils von mir, teils von Kollegen beobachtet wurden, um die Wirksamkeit der Peptogene gewissenhaft und streng zu prüfen, wenn mir dieses nicht überflüssig erschiene. Nur einen Fall von Pyrosis will ich seines wissenschaftlichen Interesses wegen erwähnen; derselbe war durch ein Übermaß von Säure im Magensaft verursacht, er war demjenigen sehr analog, den ich vorher berichtete, er hat jedoch den Vorzug, eine Beobachtung zu sein, die an seiner eigenen Person von einem Arzt gemacht wurde, der keine Idee von der Wirksamkeit der Peptogene hatte und der von der Wirkung dieser Substanzen, welche er nur zufällig ver-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21218924_0057.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


