Geschichte der Medizin, in den Grundzügen ihrer Entwickelung / dargestellt von Bernhard Hirschel.
- Bernhard Hirschel
- Date:
- 1850
Licence: Public Domain Mark
Credit: Geschichte der Medizin, in den Grundzügen ihrer Entwickelung / dargestellt von Bernhard Hirschel. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University.
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No text description is available for this image![ten, schwarze Galle der Epilepsie und der chronischen Uebel, Phlegma der Bauch- und anderer Flüsse. Den Typus der Fieber leitet er von dem Vorwalten der Elemente ab, den anhaltenden vom Feuer u. s. w. Gröfser aber als in diesen entlehnten und vagen Er- klärungen ist er in der Lehre von den Seelenkrankheiten, die er theils in Leidenschaften, theils in körperlichen Uebelit, theils in der Erziehung sucht. Wenn er in diesem Puncte noch heute nicht übertrofFen worden istj so überragt er in der Er- kenntnifs der wechselseitigen Bestimmbarkeit des Leibes und der Seele, wie in der Ableitung moralischer Eigenschaften von kör- perlicher Beschaffenheit, durch sein vermittelndes Princip so manches einseitige psychische, somatische oder moralische der neueren Seelenärzte. Wenn auf diese Weise der unsterbliche Stifter der Academie überall im idealen Auffluge nach dem Ursprünge und Geistigen der Dinge und Erscheinungen zurückging, in das Princip und den Zusammenhang des Bestehenden eindrang und ein höheres Band um das ganze All zu schlingen suchte, indem er überall in dem Besonderen das Allgemeine wiederfand, hat er der Mediciu weniger durch reale Bereicherung genützt, als durch rationale Unterordnung unter Principien und Theorieen, durch geistvoll er- habene Erklärungen und durch indirecten Einflufs der Philosophie, welche sowohl in formeller Hinsicht als durch. gröfsere Schärfe und Scheidung der Begriffe, der Wahrheit und des Scheins, durch den ihr gegebenen Impuls des Dogmatismus eine neue Richt- ung und neues Interesse für Nachforschung gewann. Wir können mit Rocht Plato als den genialsten der Naturphilosophen Grie- chenlands bezeichnen, deren Elemente er in sich aufgenommen und so zur geistigen Anschauung gebracht hat, dafs er die ganze Natur nach construirenden Principien und Ideen auffafste, wodurch manches Resultat in der That ein ideell erzwungenes heifsen mufs. Wenn aber Plato unserer W^issenschaft angehört, weil . er das All geistig umfafst, hat Aristoteles ein Recht »mter den ersten Heroen der Mediciu zu ])rangen, weil seine Er- kenntnifs in der Natur selbst wurzelt und er in der Wissenschaft des Alls selbstständig fördernd Fufs gefafst. Nicht um Erklärung, Unterordung, geistige Auffassung des Gefundenen war es ihm zu thun, sondern um reale Bereicherung, Vermehrung des Wissens; nicht um Ursache, Ursprung, Zusammenhang der Dinge allein](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21019976_0062.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)