Geschichte der Medizin, in den Grundzügen ihrer Entwickelung / dargestellt von Bernhard Hirschel.
- Bernhard Hirschel
- Date:
- 1850
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Credit: Geschichte der Medizin, in den Grundzügen ihrer Entwickelung / dargestellt von Bernhard Hirschel. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Empfindungen ableitete.) Norm des Wahren ist die den Objecten entsprechende gesunde Vernunft. Die Seele ist (nach HeracHtus, Aristoteles) eine feurige Luft, Theil des Wellgeistes (Plato), aus acht Theilen, nämlich aus Verstand, von dem die übrigen abgeleitet sind, aus Sinnen, Sprachvermögen, Einbildungskraft bestehend, und vergänglich. In der Physik nahm Zeno zwei ewige Principe (uQXal) aller Dinge an, ein leidendes, die Materie (^vX'}]), und ein thätiges, Gott (Plato's Idee, Aristoteles's Kraft), das bildende Princip, welches mit der Natur eins ist und von welchem alle Thätigkeit, Form und Zweckmäfsigkeit herrührt. Gott ist ein lebendes Feuer, das Alles nach unabänderlichen Gesetzen bildet und durchdringt. Aus dem Feuer haben sich die vier Elemente entwickelt. Die Zeugung des thierischen Körpers geschieht durch Entwickelung ewig vorhandener Keime, indem der Geist des Saamens die Entwickelung bedingt. Nach Ausdünstungen der Seele (feurige, kalte) unterschieden die Stoiker die Temperamente. Ueberall kehrt das Feuer, Dunstartige, das Pneuma wieder, und die innige Verehrung der Vorsehung und Zweckmäfsigkeit der Natur ergiebt als natürliche Folge die teleologischen Ansichten in der Physiologie der Stoa.— Diesem letzten Aufschwünge der edlen griechischen Natur, welche hier die äufserste Anstrengung zur Rückkehr zum xgAoV oiaya&ov machte, gegenüber, zeigte sich der Verfall der Sittlichkeit in dem gänzlichen Hingeben an sinnliche Glückseligkeit, welche die Epicuräer ungleich dem Socrates von der Tugend trennten. Die Philosophie des Epicur (337 — 270) liefs sich zu den Bedürfnissen des sinnlich-ver- feinerten Menschen herab, sie ist ihm das kräftige Bestreben durch Vernunftanwendung die Glückseligkeit zu bewirken, und ihr Haupttheil ist Ethik, deren Wesen, Eudämonismus und Hedonismus, in consequenter Durchführung zur Immoralität führt. Da eine Auswahl und Leitung der Vergnügungen nothwendig ist, ist Klugheit (g)po'vij0ij) die höchste Tugend, die nur durch ihre Folgen, Vergnügen, Werth hat. Im Zusammenhange mit diesem Materialismus steht die Annahme demokritischer Sätze in der Psychologie und Physik, welche als rein mechanische der Leere und Hohlheit und dejn Mangel innerer Begeistigiuig der übrigen entgötterten Philosophie entsprechen. Vorstellungen beruhten daher auf Ausflüssen und herumflatternden Bildern, Anschauungen auf Berührungen der Sinnesorgane, und jede Sin-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21019976_0069.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)