Die chirurgische Behandlung von Hirnkrankheiten / Von Ernst von Bergmann.
- Ernst von Bergmann
- Date:
- 1899
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Credit: Die chirurgische Behandlung von Hirnkrankheiten / Von Ernst von Bergmann. Source: Wellcome Collection.
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![aus und der luin verkleinerte Kopf wird dnrcligepressl. Tu der grossen Mehrzahl der Fülle (nach .Hohl in 77 Fällen 63ma]) muss aber Kunsthülfe eintreten, welche für das Kind fast immer unheil- voll ist, da, selbst wenn es lebend extrahirt wird, das Leben ihm doch nur Minuten und Stunden erhalten werden kann. Nur kleine Hydrocephali werden lebenskräftig geboren, fallen aber durch die Grösse ihres Kopfes sofort auf. Schnell wächst der Kopf dann weiter. Nach West wurden von 68 Hydrocephali 54 gleich nach der Geburt, 14 erst später bemerkt. Der spätere Verlauf gestaltet sich nach zwei Richtungen verschieden. Einmal wächst der Schädel stetig und deutlich weiter, so dass die besorgte Mutter des kleinen Patienten gezwungen ist, täglich sein Häubchen zu weiten. Hier hemmt die schnell stei- gende Spannung der Flüssigkeit die Entwickelung und vernichtet die schon eutwickelten Theile des Gehirns, so dass die letzte Todesursache ein Stillstand der für das Leben unentbehrlichen Hirn- functionen ist. Manche dieser Neugeborenen sind nicht zum Saugen zu bringen und müssen daher durch die Nase gefüttert werden. In der Eegel stellen sich sub finem vitae noch Zitterbewegungen und wirkliche Krämpfe ein. Der Tod erfolgt schon in den ersten 10 Wochen, jedenfalls vor Vollendung des ersten Lebensjahres, je nach der Möglichkeit der Ernährung oder der Intensität der Krämpfe. Wahrscheinlich nimmt die Mehrzahl der congenitalen Wasserköpfe diesen Verlauf. Dazu kommen noch Störungen besonderer Art, die das Ende beschleunigen, so z. B. Blutergüsse in die Ventrikel oder die subarachnoidealen Räume, von denen Rokitansky meinte, dass sie einem Risse der übermässig gedehnten Pia- und Plexus- gefässe ihre Entstehung danken. Deswegen wol auch ist jeder Husten für hydrocephalische Kinder besonders gefährlich, am meisten der Keuchhusten. Die zweite Gruppe der Hydrocephali beginnt in gleicher Weise, wie die erste, d. h. mit einer ziemlich schnell fortschreitenden Vergrösserung in den ersten Lebenswochen. Nach einiger Zeit tritt aber Stillstand ein, welcher kürzere oder längere Zeit an- halten kann, worauf wieder eine Zunahme des Wasserergusses folgt, oder aber diese Schübe bleiben aus und der Kopf ver- harrt auf der erreichten Grösse. Im ersten Falle macht wäh- rend der Periode des Stillstandes die Gesammtentwickelung des 5*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2104143x_0079.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


