Keilschriftmedizin in Parallelen / von Dr. med. Felix Freiherr von Oefele.
- Felix Freiherr von Oefele
- Date:
- 1902
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Credit: Keilschriftmedizin in Parallelen / von Dr. med. Felix Freiherr von Oefele. Source: Wellcome Collection.
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![dJatten eine Wac\ö (\ieht iiitl) (biefe) .Tlinber l)at/ jener Wlann aber beabfic^ticjt, fiel) eine (anbere) ü^ebenfrnu ne()men, fo foü man tt)m bo§ nid)t geftatten nnb er feine 9iebenfran nel)nten. 145. SBenn jeninnb eine grnu nimmt unb [te i[]m feine Slinber fdienft^ nnb er beabfid]tigt, eine 9?ebenfrau jn nef)men: icenn er bie iiiebenfrau nimmt nnb in fein .öau§ bringt, fo foll biefe 9ceben= frnn mit ber ©[jefran nidjt gleid)[tet}en. 146. SBenn jemanb eine g^rau nimmt unb biefe iijrem 9J?nnne eine 9[)?agb gur ®attin giebt unb [ie (bie 5Kagb) i[)m ^inber ge= biert, bann aber biefe 9J?agb fic| it)rer |)errin gleidjfteltt: - iDeit fie ^inber geboren f)at, füll il)x |)err fie nid)t für ©elb üerfaufen, §ur @flat)enfd)aft foll er fie tl)un, unter bie 3[Rägbe red)nen. 147. SSenn fie SÜnber ntc§t geboren f)at, bann foll il)re §errin fie für ®elb öerfaufen. 148. SBenn jemanb eine ^xau nimmt unb eine ^ranft)eit (?) (climacterium?) fie ergreift, inenn er bann beabfidjtigt, eine gleite §u netjmen, fo foll er feine (£l)efrau, luelc^e bie S!ranf^eit ergriffen l)at, nic^t üerfto^en, fonbern im §aufe, ba§ er gebaut,'^ foll er fie bet)alten unb fo lange fie lebt, unterljalten. 149. SBenn biefeS Söeib im §aufe il}re§ 3)Zanne§ nid)t tüot)nen bleiben totll, fo foll er ilir ®efd3enf, baS fie au§ iljrem 35aterl)aufe mitgebracht Ijat, il)r gurüderftatten unb fie foll get)en. 150. SBenn jemanb feiner (äl)efrau gelb, ©arten, §au§ unb |)abe fd)enft, unb it)r eine Urfunbe barüber giebt, menn bann nad) bem Xohe iljreg 9}?anne§ il)re ©öl)ne feine 2lnfprü(^e er= t)eben, fo fann bie SO?utter iljr |)interlaffene§ einem il)rer @öt)ne, ben fie beüorjugt, E)interlaffen, braucht ben Srübern (ii)ren anbern ©öljnen) nichts gu geben. 1) ®§ irivb alfo borouSgefe^t, ba^ bie SRagb nl§ ^^ebenfrau ober eine anberiveitige ^JJebenfrau bev Siegel nadj nur geftattet fein foll, wenn bie @^e= frau ItnberlüS bleibt, wie e§ au§ ben altteftamentlicf)en %äüen ((Saro, 9?a^el) aui) befannt ift. Qut: Sßeleuctitung ber ©aclje mögen ^^öHe wie ber folgenbe SBertrog ou§ ber Qdt §Qmmurabi§ bienen: „®^omaf^=nur, bie S;od)ter be§ Sbi=f^Qn, oon Sbi=f^an itjrent ^ater, '^aben 33unene-abi unb Selif^unu (beffen grrau!) gefauft, für 58unene=Qbi jur grau, für Sijelif^unu jur SlJagb. SSenn ©^omaf^^nur ju Selif^unu, i^rer |)errin, fagt: S)u bift nicl)t meine |)errin, bann fotl fie fie fcf)eren unb für ®elb öerfaufen (ögl. § 147). 2) SSgl. |)agar unb ®ara 1. Wo\. 16, 4. 3) S)er ?lu§brucf bebeutet urf^rünglid): g-effel, b. i. ©flnbengminger. Wan ogl. inie ber aiömer ^auäftlaöen jur Strafe loieber „auf§ Sanb in ben (gflaoenjtüinger fd)i(ft. 4) b. ^. bei fid) im .^aufe, nid)t wo anberS.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21464030_0125.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)