Unser Körper : Handbuch der Anatomie, Physiologie und Hygiene der Leibesübungen / von Ferdiand August Schmidt.
- Ferdinand August Schmidt
- Date:
- 1909
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Credit: Unser Körper : Handbuch der Anatomie, Physiologie und Hygiene der Leibesübungen / von Ferdiand August Schmidt. Source: Wellcome Collection.
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![jafjre, mandjmat aud) einige 3af)re fpäter) bas allmäfjlidje (Erlöfdjen ber gefd)Iecf)t= liefen 5unktionen ein, oft non befonberen Störungen bes H)of)Ibefinbens begleitet (n)ed)jeljat)re). - Don einer Betrad)tung ber weiteren riidtläufigen Deränberungen im (Breifen= alter können wir an biefer Stelle abjefyen. § 353. flbititgsbcbörfnis in öen erften Sdjuljafyren. Die erften Kinberjafyre oor bem Sdjuleintritt laffen wir t)ier aufter Betracht. So ungemein wichtig es ift für bie Rnbafynung einer wiberftanbsfäl)igen £ebensfülle fowol)l wie für ein kräftiges, allfeitiges Körperwad)stum — gan3 3U gefd)weigen oon ber erften geiftigen (Entwicklung —, baft in biefen 3a^ren ben l)t)gienifd)en unb biätetifdjen (Befid)tspunkten mit größter Rufmerkfamkeit (Betrüge geleiftet wirb: oon eigentlichen gt)tnnaftifd)en (Befid)tspunkten ift l)ier nid)t bie Rebe. - IDenben wir uns nunmehr bem Kinbesalter nad) bem 6. ober 7. £ebensjat)re, ber erften Sd)ul3eit 3U. Das Kinb bebarf oor allem ber fteten Rnregung 3U all= feitigem kräftigen IDadjstum, ber Belebung feines Stoffwed)fels. Diefe Rnregungen werben it)m, l)inreid)enbe Rat)rungs3uful)r oorausgefe^t, oor allem gegeben burd) reid)ltd}e Bewegung, Bewegung, bie nid)t etwa ein3elne RTuskelgebiete belaftet, aber bod) umfänglid) genug ift, um ben Blutumlauf rege 3U geftalten unb 3U be= fd)leunigen. tDeiterl)in kommt ber befonbere (Einfluß bes Sd)ullebens in Betracht. Das Kinb t)at fid) 3U gewönnen an bie ftunbenlange Si^arbeit in ber $d]ulbank. Kein Zweifel, bafo biefe auf bie (Tätigkeit ber Rtmungs= unb Kreistauforgane unb bamit aud) bie Blutbilbung l)emmenb unb beeinträd)tigenb wirkt. Die Rtmung in ber Sd)ulbank wirb oor3ugsweife 3um Baud)atmen, b. I). 3um Rtmen blofe ber unteren £ungen= abjd)nitte. Die Bruftatinung, bie £üftung namentlid) ber £ungenfpit3en, wirb beim £e(en unb Sd)reiben in ber $d)ulbank bagegen ftark bel)inbert, unterbleibt jo gut wie gän3lid). Rud) bas I}er3 arbeitet bei anl)altenbem Sitten unter erfd)werenben Umftänben. Rls weiterhin beeinträd)tigenb für bie Blutbilbung kommt l)in3u bas (Einatmen ber Sd)ulluft, bie in ungenügenb gelüfteten Sd)ulräumen unb überfüllten Sd)ulklaffen oft bebenklid) fd)led)t ift. Dementfpred)enb fef)en wir benn aud) gerabe in ben erften $d)uljat)ren Blutarmut unb BIeid)fud)t ftetig an Umfang bei unferen Sd)ul= kinbern 3unel)men. (Es ift alfo unjere Rufgabe, einerseits bie allfeitige (Entwidrlung bes Körpers 3U förbern, anbererfeits Sd)äbigungen, bie mit bem Sd)ullebert oerbunben finb, aus= 3ugleid)en. Beim Kinbe oom 6. — 9. 3alRe kann es fid) nid)t um Übungen t)anbeln, weldje ein3elne RTuskelgruppen belaften unb kräftig aus3ubilben fud)en. Da3u ift bei bem Kinbe in biefen 3<ÜRen bie IKuskulatur nod) 311 fd)tuad) unb 311 wenig • entwickelt. t)ier ift es alfo geboten, fold)en Bewegungen unb Übungen Raum 3U geben, welche fid) auf bie größten RTuskelgebiete derteilen unb 3ugleid) aud) bie Rtmung unb ben Blutkreislauf kräftig anregen. Das ift bas wid)tigfte Übungs= bebürfnis. 3f)m entfpred)en bie $d)neiligkeitsiibungen unb 3war in ber 5orm ber kinblidjen Bewegungsfpiele. Jreiiibungen entbehren bes (Einfluffes auf £)er3 unb £ungen; (Berätübungen kommen l)ier nod) kaum in 5ra9e- Die Spiele aber gewähren 3ugleid) ben neroen= ftärkenben (Einfluß ber £u ft gefügte unb ber 5reu^e unb geben Spielraum ber freien tDillensbetätigung. Die (lurnftunbe barf eben nid)t 3U einer geiftigen Sdjmiöt, Urtfer Körper. An](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28063843_0647.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


