Beiträge zur Parthenogenesis der Arthropoden / von C.Th.E. v. Siebold.
- Siebold, Carl Theodor Ernst von, 1804-1885.
- Date:
- 1871
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Credit: Beiträge zur Parthenogenesis der Arthropoden / von C.Th.E. v. Siebold. Source: Wellcome Collection.
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![Pietätsgefühl für Lxnnk’s grosse Verdienste Itecliuuug getragen wird^), bezielit sich dieser Artname zugleich auf eine am meisten über Europa ausgebreitete Artform. I3iese Polistes gallica gehört nicht allein ganz Südeuropa an, sondern findet sich auch noch in Nordafrika und in den an das Mittelmeer stossenden Ländern Asiens bis nach Persien hin vor 2), wird aber auch in Mitteleuropa sehr verbreitet angetroffen. Hier in Mitteleuropa geht nun mit dieser Polistes gallica eine Ver- änderung in der Färbung und Zeichnung vor, wobei die gelbe Färbung am Kopf, Thorax und Abdomen durch Ausbreitung der schwarzen Farbe in einer Weise verdrängt wird, dass sich verschiedene Entomo- logen nach althergebrachter Sitte veranlasst sahen, solche in Farbe und Zeichnung abgeänderte Formen als besondere Arten zu betrachten und mit besonderen Artnamen zu bezeichnen. Da sich bei diesen Varietäten nicht bloss die gelbe und schwarze Färbung in ihrer Ausbreitung verändert zeigt, sondern da sich auch das ganze Naturell und die Gewohnheiten gaiiz anders äussern, so halte ich es für angemessen, auf diese Varietäten um so mein aufmerksam zu machen, als bei den Beschreibungen dieser abweichenden Polistes- Formen von dem verschiedenen Benehmen und den verschiedenen Eigenheiten dieser Varietäten die Entomologen fast gar keine Notiz genommen haben. Zur leichteren Uebersicht der zu erwähnenden Polistes-Varietäten muss ich vorerst noch darauf hinweisen, dass an der Polistes gallica und ihren Varietäten im Allgemeinen drei Hauptfarben zu unterscheiden sind, nämlich als Grundfarbe Schwarz, als Schmuck- farbe Citronengelb, zu welchen beiden Farben an den Fülüern und Beinen noch Rostgelb hinzukömmt. Während nun diese Farben in ihrer Vertheüung und Ausbreitung auf das mannichfaltigste abändern, macht sich an allen noch so verschiedenen Varietäten, mit Ausnahme der oft sehr auffallenden Grössen-Unterschiede der ganzen Insecten, weder in den Umrissen noch in der Sculptur der einzelnen Körper- und Gliederabschnitte dieser Wespen eine irgend auffallende Abweichung bemerklich. 1. Indem ich nun 'iow Polistes gallica ausgehe, die man als die am meisten in Europa verbreitete Stammfonn oder Stammrace dieser Wespenform ansehen darf, so zeigt sich hier die citronengelbe Farbe 1) Der oben erwähnte Artname taucht zuerst bei Linn£ in seinem Systema naturae, eclit. XII. 1707. pag. 949. nr. 7. auf, wo derselbe die südeuro])äische Polisfes- Form ganz kenntlich als Vespa gallica mit dem Beisatz »Habitat in Euroj)a australi» beschreibt. 2) Vergl. Saussure a. a. O. pag. 50. 3) Linke: Systema naturae, edit. Xll. 1707. pag. 949. nr. 7. Vespa gallica.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22300661_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


