Beiträge zur Parthenogenesis der Arthropoden / von C.Th.E. v. Siebold.
- Siebold, Carl Theodor Ernst von, 1804-1885.
- Date:
- 1871
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Credit: Beiträge zur Parthenogenesis der Arthropoden / von C.Th.E. v. Siebold. Source: Wellcome Collection.
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![Ich darf es nicht unerwähnt lassen, dass auch nach meinen Er- falirungen nicht hloss innerhalb dieser beiden Raccn Pol. gallica und Pol. diadoma mancherlei Varietäten Vorkommen, sondern dass auch beide Racen durch Varietäten in einander übergehen. Ich habe so viele dieser Uebergänge in meinen Händen, gehabt, dass ich mir darüber, wie SicuKL'), ebenso klar geworden bin: eine Trennung beider Racen als zwei besondere Arten lässt sich nicht durchführen: kein einziges Merkmal, welches man als specifisch für die eine oder andere Art fest- stellen wollte, würde sich als stichhaltig ausweisen. Man hat auf tlie Färbung und Zeichnung des Clypeus und der Antennen zur Unter- scheidung von Pol. gallica Lin. und Pol. diadema Latr. Gewicht ffelefft. Ich kann versichern, dass ich mehrere weibliche Individuen der Polistes gallica L. vor mir habe, deren Clypeus die Anfänge einer schwarzen Färbung an sich trägt und zwar theils in Gestalt eines schwarzen einfachen Mittelpunktes, theils in Gestalt eines schwarzen Doppelpunktes. Ebenso habe ich öfters auf sehr bevölkerten Nestern zwischen vollkommen als Pol. diadema gefärbten weiblichen Individuen einzelne mit ganz gleichmässig gelb gefärbtem Clypeus versehene Weib- chen dieser Varietät beobachtet. In entsprechender Weise sah ich aber auch die Färbung der Fühler bei Pol. diadema abweichen, indem ich auf einzelne Männchen stiess, deren Fühlergeisel, wie bei Pol. gallica, ganz rostroth gefärbt war. Hieraus ergiebt es sich nun, dass die oben (pag. 3 u. d. f.) erwähn- ten, von Saussure aufgestellten diagnostischen Merkmale für die beiden Racen Pol. gallica und Pol. diadema nicht als ganz zuverlässig fest- gehalten werden können, ich schlage daher vor, der Diagnose für die beiden Racen oder Varietäten zusammen einen noch weiteren Spielraum zu geben, als es Hbrrich-Schaffer (s. oben pag. 5) gethan hat, und seine Diagnose dahin abzuändern: Polistes gallica nigro fla- voque varia, antennis infra flavo-ferrugineis. Weibchen dargestellt. LäTREILLE’s Vespa diadema (in den Annales du Museum d’hist. naturelle. Tom. I. 1802. Observations sur quelques Guöpes. PI. XXL Fig. 4. 5.) ge- hört zu den noch ziemlich stark gefärbten weiblichen Individuen. Die Veapa hiylumis des Panzer (Deutschlands Insecten. Heft .'>2. Taf. 7.) ist eine sehr verbreitete auch hier in München vorkommende weibliche Form der P. diadema mit allmälig schwin- denden gelben Flecken; dieselben stellen nur noch ganz kleine gelbe Punkte dar. Die Vespa parielmn desselben (ebenda. Heft 10. Taf. 23.) erscheint als ein sehr ge- schwärztes Weibchen der P. diadema, auf dessen Abdomen die gelben Punkte gänzlich verschwunden sind. HEKRicu-8cuÄn'’EK hatte ganz Recht, dass er (vid. dessen: Fortsetzung von Panzer’s Deutschi. Insecten. Heft 170. ])ag. 41.) diese Vespa parietmn des Panzer als schwärzestes Weibchen zu Pol. ;/aUica gezogen hat. I) Vergl. oben ]>ag. .5. Anm. 2.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22300661_0021.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


