Beiträge zur Parthenogenesis der Arthropoden / von C.Th.E. v. Siebold.
- Siebold, Carl Theodor Ernst von, 1804-1885.
- Date:
- 1871
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Credit: Beiträge zur Parthenogenesis der Arthropoden / von C.Th.E. v. Siebold. Source: Wellcome Collection.
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![wird auf diese Weise die ursi^riinglich glatte Schale jener Eier den er- wähnten blasigen oder schaumartigen Ueberzug erhalten können. Höchst wahrscheinlich werden durch diese complicirte Schalenbildung die Apus- eier in den Stand gesetzt, später den verschiedensten schädlichen Ein- flüssen grossen Widerstand zu leisten. Es ist ja seit lange bekannt, dass diese Eier, welche die Apusweibchen auf den Boden des Wassers haben fallen lassen, vom Schlamme überdeckt werden, alsdann nach dem Verschwinden des AVassers in dem vertrockneten Schlamme vergraben jahrelang ausdauern und entwicklungsfähig bleiben. Da mich diese bei Apus stattfindende eigenthümliche Eibildung im höchsten Grade überraschte, habe ich es nicht unterlassen können, meine darüber angestellten Untersuchungen, so oft sich mir Gelegen- heit dazu bot, mit der grössten Vorsicht immer von neuem zu wieder- holen. Es erschien mir ein physiologisches Eäthsel, dass aus mehreren Eifollikeln die Eizellen, mit ihrem Dotter in eine einzige Masse ver- schmolzen, einen Embryo zur Entwicklung kommen lassen sollten. Ich fragte mich, ob nicht das Zusammenfliessen von zwei bis drei Eizellen zu einem einzigen Ei eine bei Apus sich öfter wiederholende Abnormität sein könnte, und zweifelte, dass der Inhalt eines solchen abnormen Eies sich wirklich zu einem lebensfähigen Embryo entwickelte. Indem ich aber sehr bald gewahr wurde, dass die Mehrzahl der Eier bei Apus aus dem Zusammenfluss von zwei bis drei Eizellen hervorgiengen, musste ich solche Eier am Ende doch als normal und entwicklungsfähig gelten lassen. Vergleicht man den Inhalt der von Apusweibchen gelegten Eier mit dem im reifen Follikel vorhandenen Dotter, so wird man sich über- zeugen, dass fast immer die Menge des Dotters, welche eine Eikapsel von Apus in sich schliesst, die Dottermenge eines reifen Eifollikels bei w’eitem übertriflt. Ferner muss ich hervorheben, dass die gelegten Apus-Eier fast durchgängig einerlei Grösse besitzen. Anfangs wollte ich das Austreten und Zusammenfliessen des Inhalts von zwei bis drei reifen Eifollikeln zu einer gemeinschaftlichen Dottermasse dem Einflüsse von Wasserimbibition zuschreiben, da ich bei dem Herrichten von mikroskopischen Präparaten nach Anfeuchtung derselben wirklich aus verschiedenen Eifollikeln den Dotter in die engen Eileiter einströmen und von da in den weiteren Eileitern zusammenfliessen sah. Allein durch vorsichtiges Präpariren und durch Ausschliessung der Wasser- einw'irkung überzeugte ich mich auf das Bestimmteste, dass schon vor der Blosslegung der innei’en Geschlechtstheile der Apus-Weibchen die Entleerung der reifen Eifollikel und das Zusammenfliessen ihres In- halts stattgefunden hatte. Ich konnte bei behutsamer Aufdeckung dieser Eierstöcke fast immer die verschiedensten Entwicklungsstudien Siebold, rartlionogencBia dor Arthropoden. ]3](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22300661_0203.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


