Beiträge zur Parthenogenesis der Arthropoden / von C.Th.E. v. Siebold.
- Siebold, Carl Theodor Ernst von, 1804-1885.
- Date:
- 1871
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Credit: Beiträge zur Parthenogenesis der Arthropoden / von C.Th.E. v. Siebold. Source: Wellcome Collection.
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![Holland’) und England2) hat man bisher Repräsentanten dieser Wespen- \ gattung auffinden können. ? Es ist nun interessant, dass sich die Polistes diadema nicht bloss ! ihrer Färbung und Zeichnung nach als eine besondere Race der Po- ; listes gallica festhalten lässt, sondern dass sie auch, abgesehen von ihrer stets etwas geringeren Grösse im Vergleich /u der stets etwas grösseren Pol. gallica, in ihrem Temperament und ihren Gewohnheiten auffal- lend von Pol. gallica abweicht. Ich muss hier bemerken, dass sich meine Beobachtungen haupt- ; sächlich auf die Race Pol. diadema Latr. bezielren, welche in der Um- gebung von München, sowie in den Gärten der Stadt selbst ausser- ordentlich häufig vorkömmt. Beide Racen, P. gallica und P. diadema, ’ zeigen sich übrigens in Mitteleuropa auf eine sehr verschiedene Weise vertheilt, und fast will es mir Vorkommen, als ob beide Racen nicbt gerne neben einander wohnen, ja, als ob das Vorhandensein der einen Race in einer Gegend das Vorkommen der anderen Race daselbst aus- j schliesst. So fand ich zu Freiburg im Breisgau, zu Ueberlingen am j Bodensee und zu Erlangen in Mittelfranken nur Pol. gallica, also die | Race mit rein gelbem Clypeus der Weibchen, während ich in Hohen- j schwangau, Starenberg, München, Tegernsee, Berchtesgaden, in Kuf- I stein bis hinauf nach Innsbruck, ferner bei Müggendorf in der fränki- 1 sehen Schweiz immer nur Pol. diadema, also die Race mit schwarzem i Querstreif auf dem gelben Clypeus des Weibchens angetroffen habe. » Wahrscheinlich liebt die Race P. gallica offene, wärmer und niedriger gelegene Gegenden, Avährend die Race P. diadema bergige, minder wärmer und höher gelegene Gegenden als Aufenthalt vorzieht. Nach einer brieflichen Mittheilung, Avelche ich Herrn Gerstäckek aus Berlin \ verdanke, Avurde von demselben P. diade^na in den Alpen bei Kreuth j bis gegen 4000 Fuss und auf dem Stilfser Joch sogar bis gegen 6200 J Fuss hoch angetroffen. Es stimmt dies freilich nicht mit dem in Mün- V dien so häufigen Vorkommen dieser Race zusammen, vielleicht ist die » sehr hohe Lage Münchens die Hauptursache, dass P. diadema in hie- 1) Das gänzliche Fehlen von Foliste.s in Holland meldete mir der um die In- ^ secten-Fauna der Niederlande verdiente Herr Snellen v. Vollenuoven. J 2) Dass Polistes auf den britischen Inseln nirgends vorhanden ist, geht aus der Synopsis of the genera of british insects in Westwood's Introduction ol the modern Classification of Insects, Vol. II. 1S40. ])ag. S4 hervor. Auch in Fk. Smitus Cata- logue of british fossorial Hymenoptera Formicidae and Vespidae etc. 185S, sowohl wie in OuMEiiüü’s Contributions of the natural liistory of the british Vespidae (vid. the Zoologist, ].,ondon 1&51I, pag. b(>4.i) fehlt die Gattung Polistes.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22300661_0024.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


