Beiträge zur Parthenogenesis der Arthropoden / von C.Th.E. v. Siebold.
- Siebold, Carl Theodor Ernst von, 1804-1885.
- Date:
- 1871
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Credit: Beiträge zur Parthenogenesis der Arthropoden / von C.Th.E. v. Siebold. Source: Wellcome Collection.
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![siger Gegend so gut gedeiht. Jedenfalls ist die P. diadema eine Ge- hirgsbewohnerin . Beide Racen unterscheiden sich wesentlich durch die ganz ver- schiedene Auswahl der Localitäten, an denen dieselben ihre Nester aufhauen. Während Pol. gallica ihr Nest dem Sonnenlichte entzieht und unter Dächern und Gebälk versteckt anlegt, klebt die Pol. dia- dema ihr schutzloses Nest ‘ganz frei der Sonne ausgesetzt au die steilen Wände von Mauern, Zäunen und Felsen. Wer sich mit der Beobachtung dieser Polistes-Colonien abgiebt, wird sehr bald gewahr werden, dass die Wespen dieser Colonien eine ganz besondere Vorliebe für Sonnenwärme äussern. Sie wissen ver- mittelst ihres Instinctes immer solche Stellen zum Anbau ihrer Nester ausfindig zu machen, die dem Sonnenschein oder wenigstens der Son- nenhitze am stärksten ausgesetzt sind. Die Polistes gallica, obgleich sie, wie vorhin erwähnt, ihr Nest an Oertlichkeiten anlegt, welche nicht unmittelbar vom Sonnenschein getroffen werden, baut immer ihre Waben unter solchen Dächern, welche dem Anprall des Sonnenscheins ausgesetzt sind, also unter solchen Dächern, deren Aussenfläche der Morgensonne oder Mittagssonne zugewendet ist. Immer bringt hier die Polistes gallica ihr Nest so an, dass die Zellenmündungen der stets ein- fachen Wabe schräg nach unten gewendet sind. Ganz anders verhält sich in dieser Beziehung die Polistes gallica var. diadema. Die Wespen dieser Varietät wählen zum Anbau ihrer Nester zwar freie Wandungen aus, die ebenfalls stets gegen Morgen oder Mittag gewendet sind, sie befestigen daran aber die Wabe so, dass die Fläche derselben senk- recht steht und in Folge dessen die Zellen immer eine wagrechte Liige erhalten. An den nach Süden gewendeten IMauer- und Bretter- wänden sieht man sehr häufig diese Nester auf Vorsprüngen des Gemäuers oder Gebälkes in der Weise angebracht, dass die Mün- dungen der Zellen gegen Morgen gerichtet sind. Immer rvird zum Anbau der Nester die Nord- und Westseite von den Polistes-Wespen vermieden. Es kömmt aber auch diese zum Anbau der Nester ne- O troffene Auswahl der Ost- und Südseite den Polistes - Gesellschaften sehr zu statten, denn auf der Nordseite würde diesen Wespen und ihrer Brut der, wie es scheint, so höchst nöthige Sonnenschein fehlen, und auf der Westseite würden dieselben dem Wind und 1) Aus Disdeui’k Mittheilungen (vergl. dessen später citirte Abluindlung nr. 3. ])ag. 3 etc. geht klar hervor, dass derselbe in seinem am Fusse der piemontesischen Alpen gelegenen Wohnorte Saluzzo nur die 1\ diadema zu beobachten Gelegenheit hatte, da er den Clypeus des Weibchens dieser Wes]>e als »flavus, fascia medio transversa nigra« beschreibt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22300661_0025.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


