Beiträge zur Parthenogenesis der Arthropoden / von C.Th.E. v. Siebold.
- Siebold, Carl Theodor Ernst von, 1804-1885.
- Date:
- 1871
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Credit: Beiträge zur Parthenogenesis der Arthropoden / von C.Th.E. v. Siebold. Source: Wellcome Collection.
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![mehreren Arten der Cynipiden. J^ei allen gallenbildenden Cynipiden, ■welche Mr. Walsfi bekannt sind, sind die Weibchen vier- oder fünfmal so zahlreich als die Männchen«. Das bei verschiedenen Cynipiden-Arten vorkommende Fehlen der männlichen Individuen ist schon seit längerer Zeit den Hymenopterologen aufgefallen^). Auch Steenstrxjp^] -war diese merkwürdige Erscheinung bei den Cynipiden nicht entgangen. Derselbe Avarf die Frage auf: »Vielleicht sind die Galläpfel, Avoraus die Männchen kommen, ganz anders als die der Weibchen? Vielleicht Averden sie gar nicht in Galläpfeln ausgebrütet? Die Natur geht auf so heimlichen Wegen zu ihrem Ziele, dass man nicht hoffen kann, sie sogleich zu finden; es ist schon ein grosser Schritt vorAvärts, dass man Aveiss, dass hier ein verborgener Weg ist; denn erst dann kann man nach ihm spähen«. Diesem heimlichen und sehr verborgenen Weg haben in jüngster Zeit Amx der Osten Sacken 3) und B. Walsh-*) nachgespürt, ohne aber bis jetzt Avesentliche Erfolge dabei erreicht zu haben, im Gegentheil, es haben sich durch die Bemühungen dieser beiden Forscher neue überraschende Momente herausgestellt, durch welche die Einsicht in die Lebens- und Fortpflanzungs-Geschichte der Cynipiden nur noch um vieles erschAvert Avird. Seitdem Osten Sacken und Walsh den Dimor[5hismus bei den Cynipiden erkannt haben, Averden sich die einzelnen Cynipiden-Species mit den dazu gehörigen männlichen und verschiedenen aveiblichen Formen noch schAvieriger entAvirren lassen, indem schon allein die mit Avechselnden Gallen- bildungen complicirte Fortpflanzungs-Geschichte der Cynipiden ihre richtige Artunterscheidung fast unmöglich macht. Zwar hebt Rein- hard o) mit ziemlicher Sicherheit das Vorhandensein der Partheno- genesis bei den Galhvespen hervor, Avie wird sich hier aber die Frage über Arrenotokie und Thelytokie lösen lassen, da eine zu'verlässige Antw'ort nicht eher darauf erfolgen kann, bevor nicht die EntAvicklung der betreffenden Galhvespen von dem befmchteten oder unbefruchteten Ei an Schritt für Schritt durch die verschiedenen Entwicklungsstadien 1) Vergl. meine Abhandlung; Wahre Parthenogenesis a. a. 0. pag. 137. 2) S. dessen Untersuchungen über Hermaphroditismus a. a. 0. pag. 30. 3) Vergl. dessen Contributions of the Natural History of the Cynipidae etc., in den Proceedings of the Entomological Society of Philadelphia. 1861 — 1865, theil- Aveise im Auszug in der Stettiner Entomolog. Zeitung. 1861. pag. 405, 1862. pag. 80, und 1804. pag.409. 4) Vergl. B. Walsh : On Dimorphism in the genus Cynips, in den Proceed. of the Entom. Soc. of Philadelphia. Vol. II. 1864. p. 443. 5) Vergl. H. llEiNiiAitD: Die Hypothesen über FortpflanzungsAveise bei den ein- geschlechtigen Galhvespen, in der Berliner entomologischen Zeitschrift. 1805. pag. 1.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22300661_0239.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


