Beiträge zur Parthenogenesis der Arthropoden / von C.Th.E. v. Siebold.
- Siebold, Carl Theodor Ernst von, 1804-1885.
- Date:
- 1871
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Credit: Beiträge zur Parthenogenesis der Arthropoden / von C.Th.E. v. Siebold. Source: Wellcome Collection.
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![schiefergrau vei'färbten Eiern, welclie mir mehrere im Frühjahre 1868 von mir in Villa Carlotta am Comersee gezüchtete jungfräuliche Seiden- spinner gelegt hatten. Hiermit stimmen freilich nicht jene Beobach- tungen überein, welche von Schmid und mir an einigen hundert unbefruchteten und verfärbten Eiern im Fmhjahr 1854 angestellt wurden. Schmid hatte dieselben im Jahre 1853 von mehreren jung- fräulichen Seidenspinnern erhalten und mit mir getheilt. Wir erhielten beide aus denselben nach ihrer Ueberwinterung eine grössere Quantität Bäupchen i). Barxhelemv konnte nach diesen Mittheilungen seiner auf em- pixischem Wege gesammelten Resultate, durch welche die Partheno- genesis des Bombyx Mcyri nicht abzuläugnen war, es nicht unterlassen, eine Erklärung der Partlienogenesis zu geben, wahrscheinlich um dem Dogma, dass nur durch männliche Samenelemente befruchtete Eier zur Entwickhmg gelangen könneix, Rechixung zu tragen. Derselbe legte somit das Bekenntixiss ab^), dass er zweierlei Eier unterscheide, nämlich 1. gewöhnliche Eier (oeufs ordinaires) und 2. vollkommenere Eier (oeufs plus complets). Diese letzteren sollen das mäixnliche und weibliche Princip oder das befruchtende Element und den befruch- tenden Keim in sich vereinigen, mit einem Wort, sie sollen herma- pliroditische Eier (oeufs hermaphrodites) sein. Was nun diese zweierlei Eier betrifft, welche ja auch bei Nematus vetiiricosus vorhanden sein müssten, so würde bei dieser Annahme der undenkbare Fall eintreten, dass die vollkommeneren (hermaphroditischen) Eier eines jungfräulichen Nematus-Weibchens nach erfolgter Begattung desselben mit einem Male rückschreitend die Eigenschaften eines Aveniger vollkommenen, ordinären Eies annehmen, indem dieselben nach der Befruchtung erst das männliche Princip in sich aufnehmen würden, wenn nicht die Begattung hier ein ganz übeidlüssiger Act sein soll. An die Erfahrungen Barthelemy’s schliessen sich übrigens noch folgende Mittheilungen über Partlienogenesis des Bombyx Mori an. Durch Jourdan3] erfahren wir nämlich, dass man in Südfrankreich seit lange die Racen der Seidenraupen mittelst der von jungfräulichen 1) S. meine Abhandlung: Wahre Parthenogenesis etc. pag. 130 u. 133. 2) A. a. 0. pag. 315. 3) \ergl, JouRDAN: Ponte d’oeufs feconds par les femelles de ver ä soie ordi- naire, sans le concours des mäles, in den Comptes rendus. Tom. 53. 1861. pag. 1093. Die von JoURDAN über die Parthenogenesis des Seidenspinners mit glücklichen Kesultaten angestellten Versuche befinden sich auch in Keferstein’s Bericht über die Fortschritte in der Generationslehre im Jahre 1861 mitgetheilt. S. die Zeitschrift für rationelle Medicin. Bd. 16. 1863. pag. 162.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22300661_0243.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


