Beiträge zur Parthenogenesis der Arthropoden / von C.Th.E. v. Siebold.
- Siebold, Carl Theodor Ernst von, 1804-1885.
- Date:
- 1871
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Credit: Beiträge zur Parthenogenesis der Arthropoden / von C.Th.E. v. Siebold. Source: Wellcome Collection.
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![Coniacchio und Orbitello Material genug bietet, um damit den ver- borgenen Geschlechts- und Fortpflanzungsverhältnissen des Aals nach- zuspüren, empfehle ich den italienischen Zootomen, es sich zur Aufgabe zu machen, die Untersuchungen der Naturgeschichte des Aals, welche ihr berühmter Landsmaun Spallanzani unvollendet gelassen hat, wieder in die Hand zu nehmen und endlich einmal die vorhandenen Lücken auszufüllen, denn es muss doch für alle Zootomen ein sehr be- schämendes Gefühl sein, eingestehen zu müssen, dass von der Fort- pflanzungsgeschichte eines der häufigsten Fische bis heute so viel wie nichts bekannt ist. Unsere Kenntnisse über die Fortpflanzungsgeschichte des Aals gehen in der That über dasjenige nicht hinaus, was uns bereits Akistoteles darüber gelehrt hat. In seiner Thierkunde sagt Aristoteles 2]: »Der Aal zum Beispiel ist weder männlich noch weiblich imd erzeugt aus sich selbst nichts. Unvorsichtig ist die Angabe Der- jenigen, welche sagen, dass die Aale bisweilen haarförmige Würmer von grüner Farbe (als Brut) an sich tragen, ohne dass sie beobachtet haben, an welcher Stelle, Eier sind aber niemals beim Aal gesehen Avorden«. »Was jene Männchen und Weibchen des Aales nennen, — dem Männchen nämlich schreiben sie einen grösseren und längeren, dem Weibchen einen kleinen und eingedrückten Kopf zu — sind nicht ^Männchen und Weibchen, sondern verschiedene Arten«. An einer anderen Stelle spricht sich Aristoteles über die Geschlechter des Aales in folgender Weise aus: »Alle männlichen Fische haben Samenflüssig- keit mit Ausnahme des Aales, dieser aber hat weder Eier noch Samen« 3). Alle späteren von änderen Naturforschern gemachten Mittheilungen über reife Eier oder Embryone des Aales gehören in das Bereich der Irrthümer. Als Schluss dieser Bemerkungen möchte ich nun noch die Ueber- zeugung aussprechen, dass durch Aveiteres Verfolgen jener als Partheno- genesis bezeichneten Erscheinung der selbstständigen, vom Einfluss eines befruchtenden Samenelementes unabhängigen EntAvicklung des Thiereies geAviss mit der Zeit noch eine Aveit grössere Anzahl von neuen Thatsachen, als bisher bekannt geAvorden ist, zu Tage gefördert Averden, Avodurch alsdann die Parthenogenesis, statt als eine unver- ständliche Ausnahme die bisher geAvohnte Anschauung der Fortpflan- 1) Vergl. Opere di Lazzaro Spallanzani, edit. Milano 1S2G. Tom. III. Opusculi due sopra le anguille etc. 2) Vergl. Aristotele.s’ Thierkunde, übersetzt von Aubert und Wimmer^ Bd. I. pag. 443. 3) Ebenda. Bd . II. pag. 53.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22300661_0247.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


