Beiträge zur Parthenogenesis der Arthropoden / von C.Th.E. v. Siebold.
- Siebold, Carl Theodor Ernst von, 1804-1885.
- Date:
- 1871
Licence: Public Domain Mark
Credit: Beiträge zur Parthenogenesis der Arthropoden / von C.Th.E. v. Siebold. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
50/254 page 42
![cliou auf such en, um sie dort ungestört zu befrucliten, denn im Se]i- temher bis in den October hinein verlieren sich die Polistes-Männeben von den Nestern, um so häufiger sieht man sie an heiteren warmen Tagen sich auf Bretterzäunen niederlassen und sich sonnen, während die Weibchen ihre Thätigkeit auf den Nestern so lange noch fort- setzen, bis alle Brut versorgt ist. Von jetzt ab vermindert sich die Gesellschaft der Polistes-Colonien zusehends, zuletzt bleiben nur noch einige stark abgeflatterte ältere jungfräuliche Weibchen zurück, indem die jüngeren Weibchen, welche ihre Flügel so viel als möglich ge- schont und vielleicht nur zu einem Itochzeitsflug benutzt haben, mit dem Eintritt der ersten Nachtfröste bereits sich sichere Winterquartiere aufgesucht haben. Dass diese Weibchen sich gewiss nicht als Jung- frauen und unbefruchtet zurückgezogen haben, durfte ich wohl an- nehmen , da ich vom September bis in den October hinein entfernt von den Pohstes-Nestern bei sonniger Witterung auf Gesträuch, an Pretter- und Mauerwänden immer nur Polistes-Männchen und nichts als Männchen sich herumtreihen sah, welche sich sämmtlich begattet liaben mussten, denn ich fand, wenn ich auch noch so viele zer- gliederte , stets in ihren IJodenschläuchen nur etwas gelblichen fett- artigen Detritus ohne Spur von Samenmasse und in den beiden Samen- hlasen nur eine geringe Menge von Samenfäden. Die Anzahl dieser Müssiggänger verminderte sich in den letzten Herbsttagen mehr und mehr, bis endlich auch der zuletzt übrig gebliebene Rest derselben durch eingetretenen Frost sein Lebensende erreichte. Bei der grossen Aufmerksamkeit, welche ich auf das Thun und Treiben der Polistes-Männchen venvendete, fiel mir ein Umstand auf, dessen Bedeutung mir aber gänzlich unklar geblieben ist. Ich bemerkte nämlich, dass die Männchen der Polistes diadema sich als schwarzäugige und als grünäugige AVespen unterscheiden liessen. Die schwarzäugigen l’olistes-Männchen stimmten in der Färbung ihrer facettirten Augen vollständig mit den Polistes-Weibchen überein, hellgrün schillernde facettirte Augen kamen nur hei den Männchen vor, niemals sah -ich dergleichen griine facettirte Augen hei den AVeihehen. Gegen den Herbst hin nahm die Zahl der grünäugigen Männchen ausserordentlich zu, so dass zidetzt alle jene zahlreichen Männchen, welche man im Herbste sich müssig umhei'trcihen sieht, sich als grüuäugig erkennen lassen. Diese grüne Färbung rührt von einem feinkörnigen Pigmente her, welches hinter den farblosen facettirten Corncen das obere Ende der Krystallstähchen umkleidet, während die untere Tarnkleidung derselben aus schwarzkörnigem Pigmente besteht. Aus diesem (irunde erblickt man auf der Cornea-AA^ölhung dieser grünäugigen Polistes-Männchen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22300661_0052.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


