Hydrotherapie im Alterthum : eine historisch-medicinische Studie / von Julian Marcuse.
- Julian Marcuse
- Date:
- 1900
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Credit: Hydrotherapie im Alterthum : eine historisch-medicinische Studie / von Julian Marcuse. Source: Wellcome Collection.
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![Zeit an nicht nur als Getränk und Reinigungsmittel, sondern auch als Diätetikum und Heilmittel benutzt haben. Bei sämmt- lichen altorientalischen Völkerschaften tritt uns, wie ich an anderer Stelle schon Gelegenheit hatte zu zeigen, als Haupt- idee der Hygieine die Reinheit entgegen, durch welche Ge- sundheit, Leben und Dauer erlangt werden sollen, und in Verfolg dessen die Anwendung des Wassers als diätetisches und theilweise auch therapeutisches Mittel. In der heiligen Schrift der Juden finden wir die Bäder, ebenso sehr der Ge- sundheit wie der Reinheit dienend, durch religiöse Vorschriften geheiligt (Levitic. 14, 8. 15, 5 etc.) Frauen, Jungfrauen und selbst Königstöchter badeten in Flüssen, die Neu- geborenen wurden mit Wasser abgewaschen. Als Heilmittel finden wir es erwähnt bei Naeman, der vom Aussatz befallen, vom Wasser des Jordan geheilt wird (2 Reg. 5, 10). Ver- schiedene Anwendungsweisen des Wassers treten uns bereits entgegen; In einigen Fällen wurde der ganze Körper gewaschen (Xoöatg), in anderen nur die Hände (vli^?), in anderen wieder wurde der Körper nur mit Wasser bespritzt (pavTLO[j.öc; cf. Epist. ad Hebr. 9, 10. 10, 22); auch Fussbäder werden genannt (Genes. 24, 32. Evang. Job. 13, 5 etc.). Das Wasser als Getränk war in der Südgluth des Morgen- landes den Bewohnern unentbehrlich: „Zahllos sind die Völker in Afrika wie in Asien, welche nur Wasser trinken und sich einer vorzüglichen Gesundheit erfreuen; sie haben einen kräf- tigen und elastischen Körper, und besonders an heissen Orten und bei sehr warmem Körper ist der Gebrauch des Wassers äusserst heilsam“ (Prosper Alpinus [de medicina Aegyptiorum]). So finden wir das Wasser allein, als auch in Verbindung mit Brod im alten Testament an vielen Stellen erwähnt, den Gast- freunden wird es zur Erfrischung gereicht, in der Wüste fordern die Juden von Moses ungestüm Wasser. Der Ganges, der grösste Fluss Indiens, von Gesunden 0 Diätetik im Alterthum. Eine historische Studie. Stuttgart. Ferdinand Enke 1899.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2901220x_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)