Die Rinderpest : nach eigenen Untersuchungen und unter kritischer Benutzung der alten Erfahrungen und neueren Beobachtungen bearbeitet / von A.C. Gerlach.
- Gerlach, Andreas Christian.
- Date:
- 1867
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Rinderpest : nach eigenen Untersuchungen und unter kritischer Benutzung der alten Erfahrungen und neueren Beobachtungen bearbeitet / von A.C. Gerlach. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
181/238 page 173
![Pestbezirken stattfinden muss und als temporäre Maassregel auch ausführbar ist. Pie Pest in Holland hat die Durchführbar- keit bewiesen; das Land der Rindviehzucht, welches uns alljährlich so reichlich mit Vieh versehen hat, ist nun bezüglich (fes Rind- viehes fast zwei Jahre verschlossen worden, und man kann nicht von einer Beeinträchtigung sprechen, die nur entfernt im Vergleich der Grösse der Gefahr in Betracht kommen könnte. Ich glaube deshalb, dass im Gesetz die gänzliche Absperrung für'alle Wieder- käuer aus den von der Rinderpest heimgesuchten Ländern resp. Landestheilen ohne Weiteres ausgesprochen werden kann. Ich würde solches Gesetz unbedingt empfehlen. Sollte Fleischnoth ob- walten, so giebt es zwei Wege; einmal, das bei der Untersuchung augenblicklich gesund befundene Vieh aus einer noch seuchenfreien Gegend wird unter Begleitung auf der Eisenbahn direct zur Schlacht- bank gebracht, oder noch sicherer, das gesund befundene Vieh wird an der Grenze geschlachtet und das Fleisch eingeführt. 2) Anderweitige Hausthiere, als: Pferde, Esel, Schweine, Hunde, Katzen und das Meiergeflügel, kommen im Ganzen wenig in Betracht; sie können nur als Träger des Peststoffs betrachtet werden, wenn sie aus den verpesteten Orten und Gegenden kommen, weil das Contagium sich nicht auf längere Zeit in den kurzen Deckhaaren und selbst in den Federn hält; am allerwenigsten sind die Schweine geeignet, den Peststoff zu verschleppen, diese werden immer viel mehr gemaassregelt, als sie es verdienen. So lange die Pest noch mindestens fünf Meilen von der Grenze ist und sofern diese Thiere nicht etwa direct aus den Pestorten auf der Eisenbahn ankommen, kann man sie ohne Gefahr passiren lassen. Diese Thiere kommen immer erst bei einer gänzlichen Grenz- sperre mit in Betracht. Wenn man noch weiter gegangen ist Und selbst Gefieder, das nicht einmal zum Hofgeflügel gehört, mit abgesperrt hat, so zeugt das jedenfalls von einer Uebertreibnng der Besorgniss und der Schutzmaassregeln. 3) Die sogenannten Rohstoffe von Wiederkäuern, vor allen von Rindern, als: Häute, Haar, Wolle (die noch nicht der Fabrikwäsche unterlegen hat), Hörner, Klauen, Knochen, Eingeweide, ungeschmolzenes Fett und Fleisch, gehören mit zu den gefährlichsten Zwischenträgern, ganz besonders im Winter, viel weniger im Sommer. Die zusammengelegten oder ] auf einander geschichteten Häute können den Peststoff in den Haaren viel länger conserviren, als lebendige Thiere. Die grösste](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22354426_0183.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


