Zur Kenntniss der Mammarorgane der Monotremen / von Carl Gegenbaur.
- Carl Gegenbaur
- Date:
- 1886
Licence: Public Domain Mark
Credit: Zur Kenntniss der Mammarorgane der Monotremen / von Carl Gegenbaur. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
29/46 page 25
![so dass man eher sagen kann, es bestehe eine Abstufung in der Stärke. Man kann daher nicht gut das stärkste Haar ein Stichelhaar nennen und die ülirigen alle als Wollhaare ansehen. Dazu fehlt der Gegensatz in der Stärke der verschiedenen Haare. Diese stimmen auch in ihrer Structur mit einander überein. Für jedes einzelne Haar ist von dessen Wurzel an ein gesonderter Haarbalg vorhanden. Die einzelnen, einer Haargruppe angehorigen Haarbälge vereinigen sich aber gegen die Epidermis zu in eine gemeinsame Mündung. Die einzelnen Haar- bälge sind in sehr verschiedener Art gruppirt und sind unter einander in enger Verbindung. Eine Vorstellung von der Gruppirung giebt ein Flächenschnitt von der Umgebung des Drüsenfeldes, wie es auf S. 27 bildlich dargestellt ist. Die Faser- haut der Haarbälge zeichnet sich durch bedeutende Mächtigkeit aus; dagegen bildet die Wurzelscheide nur eine dünne Schichte. Beim ersten Blicke scheinen Drüsen gänzlich zu fehlen, und soviel ist auch nach sorgfältiger Untersuchung sicher, dass ausserhalb der Haarbäfge keinerlei Drüsen an der untersuchten Hautstelle vorhanden sind. Dagegen gelang es innerhalb der Haarbälge, resp. deren Faserhaut, die Anwesenheit kleiner Talgdrüsen zu entdecken. Nur selten bildeten sie an der Ober- fläche des Haarbalges eine leichte Erhebung. Jede Drüsse stellt ein längliches oder rundliches Läppchen vor, an welchem keinerlei Buchtungen oder Verzweigungen wahrnehmbar waren. Von dem Körper der Drüse konnte man einen feinen, mit Secret gefüllten Ausführgang schräg durch die Wurzelscheide zur Oberfläche des betreffenden Haarschaftes verfolgen. Diese Drüsen kommen nicht, wie es bei den Haarbälgen der Büschelhaare von Ornithorhynchus oben angegeben wurde, der ge- meinschaftlichen Strecke des Haarbalges, sondern den F]inzelbälgen zu. Jeder der letzteren besitzt deren mindestens eine. An einer anderen Hautstelle, und zwar seitlich gegen die dichtere Behaarung zu, waren die Talgdrüsen grösser, so dass sie auf Hautdurchschnitten sogleich ins Auge fielen. Sie buchtefen die Follikelwand weit vor sich aus. Andere Drüsen fehlten jedoch ebenso. Wenn wir diese Befunde der Betrachtung der Structur des Integumentes am Drüsenfelde zu Grunde legen, so finden wir wohl eine Wiederholung jener im All- gemeinen, aber mit manchem Neuen verknüpft. Während der bindegewebige Körper der Lederhaut sicli in gleicher Be- schaffenheit auf das Drüsenfeld fortsetzt, so wird er in dessen Nacldjarschaft durch eingelagerte glatte Muskulatur ausgezeichnet. Diese nimmt, auf dem Durchschnitte betrachtet, eine Zone ein, welche an Dicke nicht, wie es beim Schnabelthier oben angegeben wurde, der Einsenkung der Haarfollikel in die Lederhaut entspricht, sondern den gesummten derben Theil der letzteren einnimmt. Die Züge durchsetzen wie breitere oder schmälere Bänder, deren Umfang besonders auf horizontalen Schinifen deutlich wird, das Bindegewebe. Sie verbinden sich untereinamler in Gegenbaur, Jlammarurgane. r](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22289422_0031.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


