Handbuch der Schulhygiene / von Leo Burgerstein und Aug. Netolitzky.
- Leo Burgerstein
- Date:
- 1912
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Credit: Handbuch der Schulhygiene / von Leo Burgerstein und Aug. Netolitzky. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Lungcngcwcbc selbst, sondern auch im übrigen Körper eine verminderte /Zirku- lation zur Folge. Für die Baucheingeweide sind die Folgen der vorgebeugten Sitzhaltung Stockungen in der Bewegung des Pfortaderblutes, Stockungen in den Magen- und Darmgefäßen und daher träge Absonderung der Verdauungs- flüssigkeiten, träge Fortbewegung des Speisebreies im Darmrohr, Stockungen, besonders in den Venen am Mastdarm und After, wie dies von F. Stafpel* *) gut charakterisiert worden ist. Bei gleichmäßigem Anlehnen auf die Arme und bei vorgebeugtem Kopfe (Abb. 44, rechts) wird die nach vorn konkave Brustkrümmung der Wirbelsäule vermehrt, die nach vorn konvexe Lenden- und Halskrümmung zum Teil ausgeglichen. Dazu kommt zuweilen Anlehnen der Brust an den Tisch rand. Durch die vordere Sitzhaltung werden also dauernde ab- norme Biegungen der Wirbelsäule, zu weit gehende An- näherung der Augen an das Objekt, sowie Beeinträch- tigungen der Atmungs- und Verdauungsarbeit infolge der Kauerstellungen herbeigeführt. Diese Ubelstände werden durch eine unrichtige Dimensionierung des Subseils gefördert (s. auch Schreiben). Die Schädlichkeit wird dadurch kom- pliziert, daß an der Wirbelsäule neben der Änderung ihrer normalen Krümmungen noch verschiedene seitliche Aus- biegungen und Torsionsbewegungen auf treten. Es ist sonach die vordere Sitzlage sehr un- günstig. Die hintere Sitzlage hat (neben den beiden Sitz- Abb. 44. Krümmung höckern) als dritten Stützpunkt die Spitze des Kreuzbeines der Wirbelsäule bei Abb. 43), da das Steißbein beweglich ist. versc e ener e ung Vorteil, daß hier die drei Stützpunkte un- des Oberkörpers. Aus H. Cohn (Lehrbuch) verrückbar miteinander verbunden sind. Da jedoch der hierbei nach rückwärts geneigte Rumpf sehr leicht aus der Gleichgewichtslage käme — die Schwerlinie liegt, wie Abb. 44 zeigt, weit rückwärts — so bedarf er einer Stütze (Lehne). Wie die Lehne und die sonstige Konstruktion des Subsells beschaffen sein soll, um eine ausgiebige Entlastung herbeizuführen, davon wird auf S. 69 ff. näher die Rede sein. nach H. Meyer. P Schwerpunkt; G Schwerlinie; 5 Sitzhöcker. Schulkindergrößen. Wie bereits bemerkt wurde und im einzelnen noch ge- zeigt werden wird, ist es nötig, daß jedes Schidkind diejenige Größe des in seinen relativen Maßen richtig dimensionierten Subsells erhalte, welche seinem Körpier entspricht. A. Spiess^) hat in 27 Frankfurter Schulen 14 757 Kinder (8122 Knaben und 6635 Mädchen) gemessen und 2,0% kleiner als iiocm, 97,6% zwischen iio und 179 cm und nur 0,4% 180 cm und größer gefunden. Die „Masse“ (Fahrner) der Kinder bewegt sich also (in zwölf Schuljahren — Volks- und Mittelschule —) innerhalb etwa 70 cm. Man kann nun die Anpassung entweder so erreichen, daß man verschieden große Bänke oder aber eine Bank benutzt, deren Teile auf verschiedene Größen einstellbar sind; die Zahl der Größen für die Differenzierung wurde verschieden angenommen: ’) F. Staffel, Zur Hygieine des Sitzens nebst einigen Bemerkungen usw. Zentralbl. f. allg. Gesundheit.spfl. 3, 403 (1884). *) A. Spiess, Zur praktischen Lösung der Subsellienfrage. D. Viertel]ahrsschr. f. öffentl. Ges. 17, 285 (1885).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28086715_0082.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)