Volume 1
Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse, wie auch Solcher, welche mit ihnen Verwechselt werden Können / von Friedlich Gottlob Hayne.
- Hayne, Friedrich Gottlob, 1786-1832.
- Date:
- 1805-1856
Licence: Public Domain Mark
Credit: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse, wie auch Solcher, welche mit ihnen Verwechselt werden Können / von Friedlich Gottlob Hayne. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The University of Glasgow Library. The original may be consulted at The University of Glasgow Library.
97/398 page 44
![( 44- ) ASARUM EUROPAEUM. DODECANDRIA MONOGYNIA ASARUM. Der Kelch. 3- oder 4-spabig über dem Fruchtknoten. Die BlumcnJirone fehlend. Eine lederartige, mit dem Kelche gekrönte Kapsel. Asarum europaenm mit nierenförmigen stumpfen, gezweyten Blättern. Asarum (europaeum) foliis reniformibus obtusis binis. Linn. Spec. plant, ed. Willd. T. II. p. 338. Asarum. C. Bank pin. p. \orf. Joh. Bauhin. hist. 3. ]>■ 543. Berg. Flor. Francof. p. 2Q0. Busch. Halens, p. 2ß. Dill. Gies. p. 36- Hall. Goett. p. 33. Kolck. Norimb. p. 47. Asarum Dioscoridis et officinarum. Hupp. Jen. p. 62. Hoppe Flor. Ger. p. 35. Europäische Haselwurz, gemeine Haselwurz, wilder Nardus, Weihrauchkraut. Wächst in den mehresten Gegenden Deutschlands, so wie in den übrigen Ländern Europens in Wäldern und Gesträuchen. Blühet im März und April. 2f.. Die Wurzel faserig. Der Stengel rankend, stielrund, kahl, ästig. Die Aste kurz mit drey rundlichen Schuppen bekleidet, bis zur Reife der Frucht aufrecht, alsdann nach und nach sich niedersenkend, Wurzeln hervortreibend und im künftigen Jahre zu rankenden Stengeln werdend. Die Blätter nierenförmig, stumpf, öfters ausgerandet, lang gestielt, lederartig, immergrün, auf der obern Fläche dunkelgrün und glänzend, auf der untern blafsgrün und matt, oft ins Pur purfarbige übergehend, aus jedem Aste zwey hervorkommend: die altern stengelständig, ge- genüberstehend, kahl, mit verbundenen, kahlen Blattstielen; die jiingern astständig, gifel- ständig, gepaart, weichhaarig, mit zottigen, an der Basis scheidenförmigen Blattstielen. Die Blumen einzeln, gestielt, übergebogen, gipfelständig in der Blattachsel, die durch jedes Paar der jiingern Blätter gebildet wird. Der Kelch einblättrig, glockenförmig, dreyspaltig, lederartig, äufserlich zottig, aus dem Grünen ins Purpurfarbige übergehend, inwendig schwarzroth, bleibend: die Einschnitte spitzig, ab- wärtsstehend, mit der Spitze einwärtsgebogen. Die Blurnenkröne fehlend. Die S taubgefäfse. Staubfaden zwölf, pfriemförmig, halb so lang wie der Kelch: sechs früher als die übrigen sich entwickelnd. Die Staubbeutel gedoppelt, länglich, tief unter der Spitze des Staubfadens oder fast in der Mitte desselben befestigt. D Der Stempel. Der Fruchtknoten unter dem Kelch, oder in der Substanz desselben eingeschlos- sen. Die Griffel walzenförmig, fast von der Länge der Staubfäden. Die Narbe sternför- mig, sechstheilig, mit eyförmigen, stumpfen, etwas zurückgekrümmten Einschnitten. Die Fruchthülle. Eine lederartige, halbsechsfächrige Kapsel in der Substanz des Kelchs. Die Samen mehrzählig, fast eyförmig, auf der einen Seite weniger gewölbt, mit einer seitwärt liegenden Nabelwulst begabt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24923497_0001_0099.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


