Haupt-Bericht über die Cholera-Epidemie des Jahres 1854 im Königreiche Bayern : erstattet von der kgl. Commission fur naturwissenschaftliche Untersuchungen uber die indische Cholera / redigirt von Aloys Martin.
- Date:
- 1857
Licence: Public Domain Mark
Credit: Haupt-Bericht über die Cholera-Epidemie des Jahres 1854 im Königreiche Bayern : erstattet von der kgl. Commission fur naturwissenschaftliche Untersuchungen uber die indische Cholera / redigirt von Aloys Martin. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
59/946
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![so zeigt sich Dieses für die Diarrhöe jedenfalls noch ge- ringer als für die Cholera. Wir sehen im Falle 17 von Hirsch- horn, dass sich die beiden Schmitzer’schen Töchter nur 2 Tage inNeuötting aufhielten, dass sie aber bereits mit Diar- rhöe im älterlichen Hause ankamen. Wir sehen ebenso im Falle23 zwei Diarrhöen sich sehr rasch entwickeln-, dessglei- chenimFaile29, wo der Bäcker Nicolaus Bunk am 19. Abends ]n Oberhausen ankam, bereits am 20. Mattigkeit, Schwindel, Kollern im Leibe und am 21. Diarrhöe verspürte, die sich am 23. gegen Abend zur Cholera steigerte. Anhaltspunkte hiefür liefern ausserdem noch die Fälle 5, 8 und 36. Jene Fälle, in welchen sich ein noch kürzeres Incubations- stadium nach den Angaben entziffert, sind nicht verlässig. Als solche bezeichne ich die Fälle 2, 3 und 4 aus dem Landge- richte Erding, die Fälle 13 und 14 aus dem Landgerichtsbe- zirke München und die Fälle 23 und 24 aus dem Landge- richte Kipfenberg. Die Berichterstatter haben offenbar ver- säumt sich darauf zu controliren, dass eine frühere Gelegen- heit derlnfection wirklich mangelt oder doch unwahrschein- lich ist; sie haben gleich nach der Nächsten gegriffen. Bei der grossen Nähe von Orten an einem so bedeutenden In- fectionsherde wie München, bei der späten Zeit des Aus- bruches (am 21. und 24. September), nachdem die Epidemie in München bereits seit Ende Juli herrschte, verlieren sie so sehr an Werth, dass man unmöglich ein grosses Gewicht darauf legen kann. Zudem huldigen die Gerichtsärzte von Erding und München der ausschliesslichsten Ansicht von un- mittelbarer Contagiosität (vgl. I. 12) und stellen den Einfluss anderer wesentlicher Elemente, z. B. der Bodenbeschaffenheit, direct in Abrede, den doch fast alle unbefangenen Be- obachter wahrgenommen haben, wie sich bei Besprechung der Frage I. 5 ergeben wird. Hieraus erhellt unzweifelhaft, dass Dieselben in Folge ihrer Ansichten keinen Grund sahen, diese Beispiele von scheinbar abnorm kurzer In- cubation einer gründlichen Prüfung zu unterwerfen. Der Fall 4 verliert alle Bedeutung sobald man erwägt, dass aus dem Orte Birkeneck, wo die Infcction geholt worden sein](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21908011_0059.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)