Was wissen wir über Pupillenreflexzentren und Pupillenreflexbahnen? / von L. Bach.
- Ludwig Bach
- Date:
- 1904
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Credit: Was wissen wir über Pupillenreflexzentren und Pupillenreflexbahnen? / von L. Bach. Source: Wellcome Collection.
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![14 sich gestaltet, wenn man das Tier eine Zeitlang, d. li. wenigstens eine Ileihe von Tagen, am Leben lässt. Ich möchte hier auf Experimente von Eckhard* 1) hin- weisen, die zu folgendem Ergebnis führten: 1. Die Reizung der Seitenteile der Medulla oblongata ruft, von der Austrittsstelle des N. trigeminus beginnend, Pupillen- verengerung hervor. 2. Gleichen Erfolg ergibt die Reizung des Rückenmarkes in der Höhe des 2. Halswirbels. 3. Die Reizung des Rückenmarkes in der Höhe des 4. und 5. Halswirbels ergibt ein negatives Resultat. 4. Auf Reizung des Rückenmarkes in der Höhe des 3- Hals- wirbels erfolgt eine unbedeutende Verengerung der Pupille. Die Resultate waren bei Kaninchen, Katzen und Hunden nicht ganz gleich, und erscheinen weitere Experimente notwendig. Von Wichtigkeit für den Verlauf der hier in Betracht kommenden Bahnen dürfte ferner auch die Beobachtung sein, die bereits früher gemacht wurde (Braunstein), dass eineTrennung der Medulla und der Pons von dem Grosshirn sofort die Pupillen verengert und dass darnach keine reflektorische Pupillenerweiterung mehr stattfindet. Es erhellt daraus der grosse Einfluss des Gross- hirns auf die Reilexapparate. Ich darf hier auch die häufigen klinischen Beobachtungen von Myosis und reflektorischer Starre bei Ponserkrankungen anführen, die entweder so zu erklären sind, dass dadurch die Einwirkung der Hemisphären auf die Hemmungszentren der Medulla oblongata ausgeschaltet wird oder die hemmenden Fasern gereizt werden. Ich möchte hier'auch noch einmal auf die oben kurz erwähnte Beobachtung von Pupillenverengerung bei Reizung des Trigeminus zurückkommen (Eckhard, Braunstein). Da dieselbe auch nach Durchschneidung des N. oculomotorius festgestellt wurde [Budge und 0. Bernard2)], so ist anzunehmen — vorausgesetzt, dass weitere Untersuchungen die Behauptung bestätigen —, dass der Reiz zur Verengerung im Ganglion ciliare, und zwar wohl durch den Trigeminusast des Ganglion übergeleitet wurde. Ich hoffe, auf diesen mir wichtig erscheinenden Punkt bald auf Grund eigener Experimente zurückkommen zu können. J) Centralbl. f Physiologie. 1892. p. 129, i) Nach Braunstein, 1. c., S. 79 u. 80.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22465765_0047.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


