Die Krankheiten des menschlichen Auges : ein Handbuch für angehende Aerzte : nach den besten in- und ausländischen Werken, mit besonderer Berücksichtigung der Beer'schen Erfahrungen, bearbeitet und durch eigene Beobachtungen vermehrt / hrsg. von Carl Heinrich Weller.
- Weller, Carl Heinrich, 1794-1854.
- Date:
- 1822
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Credit: Die Krankheiten des menschlichen Auges : ein Handbuch für angehende Aerzte : nach den besten in- und ausländischen Werken, mit besonderer Berücksichtigung der Beer'schen Erfahrungen, bearbeitet und durch eigene Beobachtungen vermehrt / hrsg. von Carl Heinrich Weller. Source: Wellcome Collection.
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![Auch ohne vorhergegangenen Scirrhus palpebrae bildet sich zuweilen aus einem warzenähnlichen Aus- wuchs, oder aus einer harten höckrigen mit varicösen Gefäfsen umgebenen kleinen Geschwulst oder Papula* ein wirklicher Augenliedkrebs aus. Die Prognose ist liier natürlich sehr schlimm und selbst die Kur, die nach den neuern Aerzten nur in der völligen Wegschneidung des verdächtigen carcino- matösen Theiles der palpebra besteht, ist mifslich. Ist das Uebel noch nicht weit vorgeschritten, be- schränkt es sich vielleicht nur auf einen kleinen Theil des untern Augenliedes, dann operire man nur ohne Säumen und ehe der Augapfel an der Krankheit par- tieipirt. Im Falle die krebshafte Geschwulst schon so grofs ist, dafs ein beträchtliches Stück des Augenliedes weggenommen wrerden müfste; sind die Aerzte im Handeln nicht einig: ]VIaitre-Je an, nach ihm Boy er und mehrere andere wollen hier nur eine mildernde Behandlung einschlagen. Aus mehreren Gründen kann ich indefs keinesweges in diese Meinung eingehen, in- dem der Krebs oft unaufhaltsam fortschreitet, heftige Schmerzen verursacht, die Stirnhaut, so wie die Par- thien in der Orbita wegfrifst und fürchterliche Zer- stohrungen anrichtet. Freilich entsteht für das Auge kein kleines Uebel, wenn es vom Augenliede entblöfst worden; indefs ist es zuweilen noch nöglich, das ver- loren Gegangene nach D z o n d i einigermafsen zu ersez- zen. In einem Falle, wo nicht blofs das untere Augen- lied, sondern auch ein nicht geringer Theil der Wange bei einem Schmidt, krebshaft entartet war, wendete ich das Cosmische Pulver vor etwa 7 Wochen an, worauf bei gleichzeitigem, sehr vorsichtigen innern Gebrauch des Arseniks, der gröfste Theil des Geschwüres ziem- lich schnell heilte. Nur eine kleine Parthie am un- tern Augendeckel ist noch exeoriirt, die sich indefs immer mehr verkleinert, ein sehr reines Ansehn hat und deren völlige Heilung ich gewifs erwarte. Wo weder eine Operation thunlich ist, noch auf andere Weise Besserung zu erwarten steht, wo der Kranke einem gewissen, höchst schmerzhaften Tode](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21083782_0070.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)