Die geschichtlichen Grundlagen der Embryologie bis auf Harvey / [Bruno Bloch].
- Bruno Bloch
- Date:
- 1904
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die geschichtlichen Grundlagen der Embryologie bis auf Harvey / [Bruno Bloch]. Source: Wellcome Collection.
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![grossen Teil durchaus richtige, historisch begründete. Nur schade, dass er sie selber praktisch so wenig beachtet und anwendet! Er verurteilt, wie schon Yarolio, das Gebahren derjenigen, welche embryologische Fragen zu lösen versuchen, nur gestützt auf Sektionen Neugeborener und stellt nach¬ drücklich die Forderung auf, dass die fötalen Verhältnisse während der ganzen Dauer der Entwicklung so oft als möglich beobachtet und studiert würden.1) Er verkennt keineswegs, auf welche praktische Schwierigkeiten die Erfüllung dieses Postulates stossen müsse und welche Fehlerquellen sie berge; denn „bei Aborten und ausgestossenen Früchten ist oft die wunder¬ bare Struktur zerstört und die Zeichnung wird entweder wegen der Kleinheit des Körpers übersehen oder kann überhaupt nicht genau unterschieden werden, selbst wenn man Linsen (conspicilia) zu Hilfe nimmt, welche die Dinge zu vervielfachen und zu vergrössern vermögen“2) (cap. 6). Zwei Wege stehen dennoch offen, auf denen sich das Ziel erreichen lässt: entweder betreibt man das Studium der Entwicklung des Menschen rein theoretisch — solo mentis discursu3) — oder aber indem man Beobachtungen aus der Entwickelung von Tieren zu Hilfe nimmt — vel ex aliorum animalium foetificatione. Und, sich stützend auf die, nun schon oft erwähnten, Ent¬ wickelungsideen des hippokratischen Buches „de puero4)“ und des Peripa- tetikers Theophrastos,5) erklärt Piolan: „Ich will also die Entwicklung des Hühnchens aus dem Ei darlegen, damit man daraus die Entstehung des [menschlichen] Fötus erkenne.“ Wer aber erwartete, auf diese Ankündigung hin folge nun eine embryologische Studie, etwa in der Art des Volcher Koyter, der würde sich arg enttäuscht sehen! Piolan gibt sich gerade nur mit den Methoden ab, die, wie unsere ganze bisherige Geschichtsbetrachtung ') Multae etenim spectantur partes et ednntur actiones in corpore foetus, quae in alio tempore gestationis disparent. Nec eorum certa haberi potest cognitio. Proinde foetus non tantum extra uterum eiectus est spectandus, sed intra uterum diversis temporibus etc. (cap. 1). — Ferner cap. 6. 2) Die erste Andeutung in der Geschichte über die Benutzung vergrössernder Linsen zu embryologischen Studien! 3) Dass diese Methode als zulässig und fruchtbringend aufgefasst wird, ist charakteristisch für den Geist der Zeit und des Autors. 4) S. oben S. 17, Anm. 1. 5) Schüler des Aristoteles, zeigte die Analogie in der Entwicklung der Pflanzensamen und der Tiereier.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b3135404x_0114.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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