Lehrbuch der inneren Medizin für Ärzte und Studierende. 1 Bd. / von Georg Klemperer.
- Date:
- 1905
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Credit: Lehrbuch der inneren Medizin für Ärzte und Studierende. 1 Bd. / von Georg Klemperer. Source: Wellcome Collection.
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![der Krebs am liäiiligsteii an der Kardia, näolist liäiiUg an der Krcuzungs- stello mit dem linken Bronciuis, danacii in der Höhe des Ringknorpeis. Pathologische Anatomie. Der Speiserölirenkrebs enLstelil meist als Plattenepiihelkvebs (Kaniu-oid) primär in der Oesopiiagusschlein.ihau(,,. seltener greift er sekundär von benaclibarten Organen (Larynx, Wirbel, Schilddrüse, Pharynx, Magen) auf den Oesophagus über. Ev führt je nach Entwicklung seines Stroma entweder zu blumenkohlartigen Protnberanzen' oder zu flaciier harter Infiltration der Wand und breitet sicli mit Vorliebe ringförmig aus. Geschwüriger Zerfall, ist häufig und oft schon frühzeitig vorhanden, m späteren Stadien findet sich jauchiger Zerfall der Geschwulst, sowie Perforation in Trachea, Pleura, Perikard. i , ,' Symptome. Das Jconstantestc und wesentlichste Symptom, gewöhnüch (las erste des Oesophaguskarzinoms ist eine allmählich sich entwickelnde,' meist schmerzlose Dysphagie. Hinter dem Kehlkopf, hinter dem Corpus sterni oder dicht vor dem Magen empfindet der Kranke einen Druck beim Schlingen, der Bissen passiert nur unter Schwierigkeiten, oft erst dann, wenn der Patient etwas Flüssigkeit zu sich nimmt, um den Bissen her- imterzuspülen. Im Laufe von Wochen oder Monaten nimmt die Schluck- behinderung allmählich zu; der Patient, der oft noch keine rechte Ahnung von dem Bestehen seines krankhaften Zustandes hat, sucht sich aus eigener Erfahrung derart zu helfen, daß er gröbere Nahrungsmittel mehr und mehr vermeidet, resp. dieselben nur gehörig aufgeweicht zu sich nimmt. So voll- zieht sich bei ilim nacli und nach der Uebergang zum Genuß von lediglicli breiigen Speisen, bis auch diese ihm, zunächst einmal bei etwas hastigem Essen, dann zunehmend öfter Schwierigkeiten bereiten, und er schließlicli gezwungen ist, sich auf flüssige Nahrung zu beschränken. Von dem Druckschmerz beim Schlucken abgesehen, kann jeder Schmerz durch die ganze Dauer der Erki'ankung fehlen; der Oesophagus ist in hohem Maße insensibel. Heftige reißende Schmerzen, die in manchen Fällen von Oesophaguskarzinom auftreten, sind auf Druck oder Affektion benachbarter' Nerven, Uebergreifen der Geschwulst auf Wirbelknochen u. dergl. zu beziehen. Ausnahmsweise tritt die Dysphagie ganz plötzlich ein (s. oben); es handelt sich dann um das plötzliche Einsetzen spastischer Erscheinungen bei bisher latentem Karzinom. Ein Karzinom, das nicht ringförmig-die ganze Peripherie der Speiseröhre einnimmt, kann sich in die Lichtung hinein und auch der Länge nach ziemlich weit entwickeln, ohne daß das Schlingen merkbar behindert ist.. Freilich bildet dies Vorkommnis eine Ausnahme. Uebrigens ist die Dysphagie nicht nur durch die Entwicklung des Tumors mechanisch bedingt; vielmehr hat stets der ^luskelkrampf, dei^ (hir(;h die Reizung der Geschwürsfläche durch die Ingesta herbeigeführt wird, Anteil, wie die nicht unerheblichen Scliwankungen in der Dun'Ji- gängigkeit der Speiseröhre' beweisen, denen man oft im Verlauf der Er- krankung begegnet. Auch die Scliwelhing der Schleimhaut durch den niemals fehlenden sekundären Katarrii ist an th?r Dyspliagie mit Schuld. Zu trennen hiervon ist das Freierwerden der Passage durch (h^n jaucliigen Zerfall des Tumors; dieses tritt in vorgeschrittenem Stadium öfters in i']!- scheinung und ei-weckt trügerische Hoffnung, während es doch nur ein terminales Zeichen ist. Zu der Dysphagie gesellen sich die anderen l<]rsclieinungen der Stenosen. Das Genossene wird oft unmittelbar nach der Aufnahme herausgewürgt und G. Kleni perer, I/sliilmeli der inneren Medizin. I. Bd. 5](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21925148_0081.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


