Volume 1
Handbuch der systematischen Anatomie des Menschen / von J. Henle.
- Friedrich Gustav Jakob Henle
- Date:
- 1871-1879
Licence: Public Domain Mark
Credit: Handbuch der systematischen Anatomie des Menschen / von J. Henle. Source: Wellcome Collection.
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![Flexor digit. p. longus. II. T i e f e Muskel u. M. flexor digitorüm pedis lontjus JTdl1). Beginnt breit an der hinteren Fläche der Tibia genau unter dem Ur- sprünge des M. soleus, zieht sich aber Weiter abwärts allmälig auf eine Längsreihe platter Bündel zusammen, welche bis an das untere Viertel der Tibia ihren Ursprung von der Crista interossea nehmen. Die Insertions- sehne erscheint schon hoch oben an der hinteren Kante des Muskels; in gleicher Höhe entspringt eine andere, dünne Sehne mit den Muskelfasern dicht an der Crista interossea und geht in einem langen, aufwärts concaven Bogen über die hintere Fläche des M. tibialis post, hinab, um sich an die Sehne dieses Muskels oder an die Tibia unter den untersten Ursprungs- fasern des M. tibialis posticus festzusetzen (Fig. 150 FdV). Muskelbünde], welche von diesem Sehnenbogen abwärts gehen, reihen sich unmittelbar an die Knochenursprünge des M. flexor dig. an und treten der Reihe nach an dessen platte Insertionssehne, die letzten über der Rinne des Knöchels. In dieser Rinne nimmt die Sehne ihre Stelle lateralwärts neben der Sehne des M. tibialis posticus, von einer besonderen fibrösen Scheide festgehalten und von einer Schleimscheide umschlossen, welche oberhalb des Knöchels be- ginnt und bis unter das Schiffbein reicht. In der Fusssohle erhält die Sehne einen zweiten Kopf, den ich, zugleich mit dem weiteren Verlaufe der- selben, bei den Muskeln des Fusses beschreibe. V a r. Dem M. flexor dig. long. fehlt die Sehne zur zweiten Zehe; zum Er- satz erhält diese Zehe einen Zipfel vom M. flexor hall. long. Nicht selten (unter 102 Fällen 5 Mal Wood) stösst zum M. flexor dig. long. ein zweiter Kopf (Flexor accessorius longus digit. pedis Halle tt), welcher am Unterschenkel und zwar an der Fibula entspringt und den normalen zweiten Kopf aus der Fusssohle ersetzt, oder sich mit dessen Sehne oder mit der Sehne des langen Kopfes verbindet (0 tto, Seltene Beob., S. 40; Hall. Literaturztg. a. a. 0. Meckel, Arch. IV, 480; Rein- hardt, Müll. Arch. 1846, S. 298). Einmal gab dieser überzählige Kopf allein die oberflächliche Beugesehne der fünften Zehe ab (Wood 1864). Das Verhält- niss desselben zu den Tibialgefässen schildert Gläser (Berliner klin. Wochensclir. 1867, Nr. 29). Einmal sah ich einen platten und dünnen Muskel, der mit einer langen Sehne in den Fusssohlenkopf des M. flex. dig. long. endete, von der hinte- ren Kante der Tibia ganz oberflächlich entspringen und aussen auf der Fascie der tiefen Beugemuskeln herabgehen; eine ähnliche Sehne sah ich aus einem zweiköpfigen Muskel hervorgehen, dessen beide Köpfe, spitzAvinklig convergirend, ihren Ursprung von der äusseren Fläche der tiefen Untersclienkelfascie, etwa im unteren Drittel des Unterschenkels, nahmen. Turner (a. a. 0.) sah an der inneren Fläche der Fascie des Unterschenkels ungefähr in der Mitte seiner Höhe mit zwei Köpfen einen Muskel entspringen, dessen Sehne sich in der Fuss- sohle in zwei Zipfel, Einen zur Sehne des M. flexor digit. long., den anderen zur Sehne des M. flexor hall, long., theilt. In einem von Wood (1866) beschriebe- nen Falle treten zur Sehne des M. flexor digit. pedis longus ausser dem Caput plantare und dem accessorisclien Kopf vom Unterschenkel noch ein dünnes Muskel- bündel von der oberen Fläche des Fersenbeins und ein sehniger- Streifen vom Lig. plantare. II. Tiefe M. 1. Flex. dig. longus. ') Al. flexor digitorüm communis long. s. perforans s. profundus.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21309978_0001_0847.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


