Volume 1
Handbuch der systematischen Anatomie des Menschen / von J. Henle.
- Friedrich Gustav Jakob Henle
- Date:
- 1871-1879
Licence: Public Domain Mark
Credit: Handbuch der systematischen Anatomie des Menschen / von J. Henle. Source: Wellcome Collection.
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![Lumbricales. I’hysiol. Be ljierkung. 3. Lumbri- cales. 320 endlich kam ein Fall vor, in welchem ein von der Unterseite der Sehnenverbreite- rung des Flexor dig. sich ablösender völlig selbständiger Sehnenzipfel, ohne indess musculös zu werden, mit der für die dritte Zehe bestimmten Sehne des M. flexor digit. br. verschmolz. Zu der Sehne des M. flexor dig. long. steht der plantare Kopf in demselben Verhältnisse, wie die Sehnen des kurzen zu den Sehnen des langen Zehenstreckers. Bei dem schrägen Verlaufe jener Sehne durch die Fusssohle ist ein Muskel noth- wendig, der sie lateralwärts anzieht und festhält und so die abducirende Wirkung der Sehne des langen Beugers corrigirt. 3. Mm. lumbricale.il L Sie entspringen, wie in der Hand, vier an der Zahl, von den Sehnen des M. fiexor dig. longus, nur dichter gedrängt, die drei lateralen (der drit- ten bis fünften Zehe) aus den Winkeln der divergirenden Sehnen von deren einander zugekehrten Rändern, der medialste, für- die zweite Zehe, am Gi oss- zehenrande ihrer Sehne (Fig. 151). Ihre Insertion, am Grosszehenrande der Basis der Grundphalange, entspricht der Insertion der Mm. lumbricales der Hand, wenn diese sich in Pronation befindet. Nicht so regelmässig, wie an der Hand, breiten sich die Lumbricales am Fuss gegen die Strecksehnen aus; sie enden zuweilen ganz am Knochen, zuweilen schicken sie nur we- nige Fasern zu der dreiseitigen Membran, die sich an den Rand der Streck- sehne begiebt. Die Iusertionssehnen der Mm. lumbricales, die schon in der Gegend der Ligg. capitulorum plantaria aus den Muskelbäuchen hervor- treten, gleiten über Schleimbeuteln, von welchen die Einen1), mit Aus- nahme des vierten, beständig in den Zwischenräumen der Köpfchen der Fusswurzelknochen liegen, die anderen, unbeständigen2), sich unter den Enden der Sehnen an den Grundphalangen befinden. Häufig (unter 100 Fällen 22 Mal F. E. Schulze) erhalten die Mm. lumbrica- les kleine Seimen- oder Muskelfaserzüge aus dem Sehnenzipfe], mit welchem der M flexor hall. long. an der Bildung der Sehnen des Flexor digit. long. sich be- theiligt Unter jenen 22 Fällen waren 9, in welchen der vierte Lumbricalis allein ein solches Bündel empfing, fünf Mal wurde der dritte Lumbricalis allein versehen fünf Mal der dritte und vierte, zwei Mal der zweite bis vier e und Einmal der zweite allein. Was die Insertion der Mm. lumbricales betrifft, so sali (trü- ber den Uebergang mit Einer Portion in die Sehne des Extensor und die Insei- tion an die Basis der Grundphalange beim ersten und zweiten in Dreiviertel, beim dritten in Zweidrittel, beim vierten in Einsiebentel der Falle. Der Uebergang in die Sehne des Extensor allein kam beim viferten Lumbricalis niemals vor, mei- stens endet er ganz an der Grundphalange. . Nach Froment (Rech, sur plusieurs points d’auat. 18o3) gehören \ane a en der Lumbricales des Fusses zu den grössten Seltenheiten. Th eile erwähnt Man- gel des zweiten und der beiden mittleren, Turner fand einmal zwei Lumbricales im zweiten Metatarsalraum, keinen im ersten. 1) B m musculorum lumbricalium s. lumbricales pedis propriae s. vagmulae tendrnum musc. lumbricalium pedis synoviales Gr über (die Bursae mucosae der Spat.« intermeta- carpeo-ph alangea und intermetatarseo-phalangea. Petersb. 18a8).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21309978_0001_0856.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)