Volume 1
Handbuch der systematischen Anatomie des Menschen / von J. Henle.
- Friedrich Gustav Jakob Henle
- Date:
- 1871-1879
Licence: Public Domain Mark
Credit: Handbuch der systematischen Anatomie des Menschen / von J. Henle. Source: Wellcome Collection.
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![Wie die Fascia superficialis, indem sie von der Vorderflüche des Un- terleibs zum Schenkel niedersteigt, an das Lig. inguinale ext. und den Schenkelbogen angeheftet ist, wurde schon hei der Beschreibung der Bauch- muskeln erörtert; in dem Bindegewebe, welches diese Anheftung vermittelt,- verlaufen die Yasa epigastrica superficialia von den Schenkelgefässstämmen aufwärts zur vorderen Fläche der Bauchwand. Unterhalb der Leistenfurche deckt die Fascia superficialis den Theil der Schenlcelgefässstämme, der im. äusseren Schenkelringe frei liegt, hüllt die Vena saphena und die übrigen durch den Schenkelring eintretenden Gefässe nebst den zahlreichen Saüg- aderdrüsen dieser Gegend ein und ist von dem Rande der Incisura falcifor- mis, je nach der Schärfe desselben, mehr oder minder leicht zu lösen l)- Wegen der Verschiedenheit der Beckenform zeigen die zum Schenkel- ringe gehörigen Gebilde je nach den Geschlechtern verschiedene Dimensio- nen. Der Schenkelbogen steigt bei dem Manne etwas steiler mit dem me- dialen Ende abwärts; der innere Schenkelring ist in weiblichen Körpern weiter, der Schenkelkanal ist ebenfalls weiter, aber kürzer, der äussere Schenkelring liegt daher dem Schenkelbogen näher. Die Entfernung seines oberen Randes vom Schenkelbogen beträgt im Allgemeinen zwischen 7 und 40mm, cpe |l5]le cles äusseren Schenkelringes 14 bis 22mm, die Länge des. Kanals 14 bis 34mm (Cloquet). Die Fascie des Oberschenkels2) ist am mächtigsten an der vorderen ober- und lateralen Fläche, schwächer an der hinteren Fläche und sehr zart am schenkeI' oberen Theile der medialen; an der vorderen und lateralen Fläche besteht sie aus zwei einander rechtwinkelig kreuzenden Faser lagen, einer äusseren, verticalen, und einer inneren, kreisförmigen, von welchen die letztere die stärkste ist. Eine ansehnliche Verstärkung erhält die Fascie durch die Ausstrahlung der oberflächlichen Schichte der Sehne des M. gluteus maxi- mus, indess sie, entsprechend der Insertion der tiefen Sehnenfasern dieses Muskels an das Schenkelbein, gegen diesen Knochen herangezogen wird, wodurch die besonders beim aufrechten Stehen deutliche Grube an der Seitenfläche der Hinterbacke entsteht (Fig. 158 a. f. S.). Unter den Blättern, welche die Oberschenlcelfascie zwischen den Mus- keln in die Tiefe sendet, zeichnen sich zwei durch ihre Stärke und durch ihren Zusammenhang mit dem Knochen aus, die Ligg. intcr museal aria late- rale und mediale*). Indem sie beiderseits hinter der medialen und latera- len Portion des M. vastus sich vorwärts wenden, verschmelzen sie mit de- ren Sehnen, setzen sich mit ihnen an die betreffende Lippe der Crista fe- moris an und begrenzen demnach mit einander den Raum, in welchem die Adductoren und Beuger liegen. Zugleich nimmt das Lig. iutermusculare *) Der vor dem Schenkelringe ausgespannte Theil der Fascia superficialis, welcher nach Entfernung der Gefässe und Saugaderdrüsen netzförmig durchlöchert erscheint, ist die Lamina cribrosa s. Fascia cribriformis aut. Lamina cribrosa fasc.ae latae Thomson. Septum crurale ext. Petrequin. 2) Fascia lata aut. s) Güntlier’s Lig. Suspensorium ossis femoris (Chirurg. Muskellehre, S. 143) ist die Fascie in Verbindung mit dem von der Spina iliaca ant. sup. entspringenden Sehnenblatte', von welchem die Muskelfasern des Tensor fasciae und Gluteus med. abgehen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21309978_0001_0869.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)