Die Milchdrüsen der Kuh, ihre Anatomie, Physiologie und Pathologie ... / von M.H.F. Fürstenberg.
- Fürstenberg, Moritz H.F., 1818-1872.
- Date:
- 1868
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Credit: Die Milchdrüsen der Kuh, ihre Anatomie, Physiologie und Pathologie ... / von M.H.F. Fürstenberg. Source: Wellcome Collection.
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![von einzelnen Landwirthen zur Ausführung gekommen ist, lässt sich nicht empfehlen. Es ist eine derartige Unterbringung der Thiere stets mit einem Verlust an Milch verbunden, ein Verlust, der durch die Bewegung der Kühe herbeigeführt wird, und der, wenn er täglich auch nur ein geringer bei dem einzelnen Thiere ist und, wenn er nur kurze Zeit andauert leicht verschmerzt werden dürfte, hier dadurch, dass er sich während der ganzen Milchperiode forterhält und nicht bei einzelnen Kühen, sondern bei sämmthchen Thieren gleichmässig auftritt, einen bedeutenden pecuniären Nachtheil veranlasst, der entschieden grösser ist, als der nur eingebildete höhere Werth des comprimirten Düngers. Zu dem so durch den geringem Milchertrag herbeigeführten Verlust kommen noch die Zinsen des Kapitals, welches für die durch jene Haltung veranlasste Vergrösserung des Gebäudes verausgabt worden ist, die Reparaturkosten etc., die durch jene Vergrösserung des Gebäudes natürlich grösser werden. Ferner ist eine eingehende Controle über die so aufgestellten Thiere nicht zu führen. Die Fütterung ist dahin schwer zu überwachen, ob die Kühe die ihnen zukommende Quantität Futter erhalten; es werden hier die stärkeren Thiere die schwächeren von der Krippe abdrängen und so die letz- teren weniger Futterstoffe aufnehmen können, und infolge dessen schon geringere Quantitäten Milch liefern. Dm'ch die Bewegungen, die mit diesem Abdrängen der schwächeren Thiere verbunden sind, wird mehr Stoff zur Ernährung des Körpers verbraucht, Stoff der den Milchdiilsen zur Production von Milch entzogen wird. Treten Krankheiten unter den Kühen auf, so werden die Kranken aus den Ställen entfernt und in besondere Räumlich- keiten geschafft werden müssen, ein gleiches wird mit den Kühen, welche dem Geburtsacte entgegengehen, geschehen müssen. Es bedingt daher eine solche Haltung der Kühe noch andere Ausgaben, welche die Herrichtung der Localitäten erfordert. Durch das Herausnehmen der Kranken etc. werden die aneinander gewöhnten Thiere beunruhigt. Werden jene durch andere ersetzt, so entstehen Kämpfe z^^^schen den in der Abtheilung befindlichen und den neu hinzugekommenen],} Vornahmen, diej stets mit Verlusten ver- bunden sind. Soll bei der in Rede stehenden Haltung der Kühe für eine möglichst gleichmässige Ernährung der auf einer gleichen Höhe der Lactationsperiode befindlichen Kühe Sorge getragen werden, wie dies überall dort, w^o ra- tionell gewirthschaftet wird, statthat und statthaben muss, so werden die durch den Wechsel des Aufenthaltsortes herbeigeführten Nachtheile immer noch bedeutender. Ausser den angeführten pecuniären Verlusten, die diese Haltung der Kühe herbeiführt, könnten noch andere aufgezählt werden, es ist hier aber nicht der Ort, auf eine weitere Besprechung dieses Gegenstandes emzugehen. Wir haben hier nur die Puncte andeuten wollen, die dieses Halten der Milchkühe als ein nicht so Vortheilhaftes erscheinen'lassen wie](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21717655_0119.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


