Die Milchdrüsen der Kuh, ihre Anatomie, Physiologie und Pathologie ... / von M.H.F. Fürstenberg.
- Fürstenberg, Moritz H.F., 1818-1872.
- Date:
- 1868
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Credit: Die Milchdrüsen der Kuh, ihre Anatomie, Physiologie und Pathologie ... / von M.H.F. Fürstenberg. Source: Wellcome Collection.
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![7Al den Milchdrüsen gelangen, wenn in den Nahrungsmitlein hinreichende QuanliUiten in solchen Verbindungen vorhanden sind, dass sie durch die Verdauung dem allgemeinen Borne der Ernährungsflüssigkeit, dem Blute, einverleibt werden können. Den Milchdrüsen liegt sodann ob Milchdrüsen- zellen in so grosser Menge zu bilden, dass eine hinreichende Zahl der fettigen Metamorphose verfallen kann, von welcher, wie wir mitgetheilt, die zu se- cernirende Menge von Casein und Fett abhangig ist. Die Umwandlung der ProteYnkörper in Fett ist ein im Organismus überaus häufig vorkommender Process, sowohl bei normaler Beschaffenheit der Organe wie auch bei pathologischen Zuständen derselben. Es ist dieser Vorgang, der mit der fettigen Metamorphose stickstoffhaltiger Bestandtheiie des Körpers bezeichnet wird, ein den Pathologen längst bekannter; wir sehen ihn fast bei jeder Neubildung auftreten, er hat statt bei der Feltleberbildung, bei der fettigen Metamorphose des Epitheliums der Harncanäle, der Mus- keln etc. A])er auch die Anhäufung von Fett in den Feltzellen des Körpers beruht auf diesem Process, auch hier erleidet der Zelleninhalt der Fettzellen diese Metamorphose; wir können bei dem Fettgewebe häufig die proteiuhaltige Flüssigkeit in den Zellen wahrnehmen, neben welcher wir stets einzelne, bald grössere bald kleinere Fetltröpfchen und Fettmengen sehen; besonders finden wir dieses Verhallen der Fetlgewebszellen bei Individuen, welche sich nicht in einem mastigen Zustande befinden, aber auch bei solchen, wo eine bedeutende Menge Feit abgelagert ist, treffen wir Zellen an, namentlich kleinere jüngere Zellen, wo der Zelleninhalt die bezeichnete Beschaffenheit besitzt. Wie bekannt kann bei den Thieren nur dann eine Mästung oder starke Ablagerung von Fett in dem Fettgewebe erfolgen, wenn ihnen eine Nahrung dargereicht wird, die bedeutende Mengen proteinhaltiger Nährstoffe enthält. Zur Milchproduclion sowohl wie zur Fettproduction ist daher ein gleiches Verhallen und eine gleiche Ernährung der Thiere nolhvVendig. Die in den Nahrungsmitteln enthaltenen Fette können, wie aus dem Auf- geführten hervorgeht, keinen Einfluss auf den Fettgehalt der Milch ausüben; chrecte Versuche, von Boussingault., Thompson und Anderen ausgeführt, haben dies dargelhan. Wir haben nun noch den Ursprung des Milchzuckers und die in der Milch vorkommenden Gase einei- Besprechung zu unterziehen. Es ist bis jetzt, trotz der eingehendsten Untersuchungen nicht gelungen, Milchzucker im Blute der säugenden Thiere nachzuweisen, derselbe müsste, wenn er ein Educt aus dem Blute wäre, im Blute dieser Individuen vorhanden sein und sich leicht auffinden lassen, da ja bedeutende Mengen dieses Stoffes !in der Milch vorhanden sind. Wir können daher den Milciizucker nur als einen Stoff'bezeichnen, welcher durch die Vorgänge, die in der Milchdrüse behufs Herstellung des Secretes statt haben, entsteht. Der Milchzucker ist in dem normalen Secrete in grösster Menge enthalten. In](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21717655_0083.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


