Handbuch der Augenheilkunde / von Ed. Meyer, deutsch von W. Block.
- Édouard Meyer
- Date:
- 1879
Licence: Public Domain Mark
Credit: Handbuch der Augenheilkunde / von Ed. Meyer, deutsch von W. Block. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
569/614 page 547
![Krankheiten der Thrànenwege. Erster Abschnitt. Anomalien der Thrânenpunkte und der Thrânenrôhrchen. Die hier vorkominenden Anomalien sind vor allem Lageverânderung, Verengerung und Oblitération. Dièse Anomalien hindern die in Frage stehenden Organe in ihren Functionen und bewirken als erstes Symptom einen mehr oder weniger hohen Grad von Thrânenfliessen (Epiphora). Der Thrânenpunkt kann eine Stellungsverânderung in zweifacher Richtung erfahren. Er kann durch Eversion des Lidrandes nach oben, ja selbst nacli vorn gekehrt, oder mehr oder weniger weit vom Augapfel weggedrângt sein. Die Eversion wird durch dieselben Momente veranlasst, welche zu Ectropium fuhren; abgedrângt wird der Thrânenpunkt durch Schwulst der Carunkel oder Verdickung des Lides und der Conjunctiva palpebralis. 01)literation der Thrânenpunkte folgt auf Eversion derselben, sowie auf Verbrennungen, Geschwtire und Yerletzungen, welche die Thrânen- punkte oder ihre unmittelbare Umgebung betheiligen. Auch nach granuloser Conjunctivitis und nach Blepharitis kann sie eintreten. Stricturen oder Oblitération der Thrânenrôhrchen lassen sich auf Aus- breitung entzundlicher Processe der Conjunctiva, auf Verbrennungen und Quetschungen der Umgebung, endlich auf Fremdkorper (Cilien, Kalk- concremente [sogenannte Dacryolithen] Pilzmassen [Leptothrix]) in den Thrânenrôhrchen zurtickfûhren. Behandlung. Geben die angedeuteten Anomalien durch Thrânen- fliessen zu Beschwerden Anlass, so muss man nach BowmanV) Vorgang das Thrâiienrohrchen schlitzen, um vor Allem der Thrânenflûssigkeit freien Abgang auf dem normalen Wege zu verschaffen. Die Stauung derselben und der dadurch hervorgerufene Reizzustand unterhâlt die Krankheit und vereitelt die Wirkung aller sonst anwendbaren Mittel. Die Aufschlitzung der Thrânenrôhrchen ist jetzt eine hochst einfache Opération, obschon Bowinaifs urspriingliches Verfahren ein ziemlich um- stândliches war. Er bediente sich einer feinen gerinnten Sonde und eines l) Med. chir. Transact. 1851. t. XXXIV. pag\ 337. 35>](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21067260_0569.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


