Handbuch der Augenheilkunde / von Ed. Meyer, deutsch von W. Block.
- Édouard Meyer
- Date:
- 1879
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![Will uian die Sondirung des Thrânennasencanals nach der Weber- schen Méthodex) vom oberen Thrànenrohrchen aus vornehmen, so hat înan das letztere mittels des Weber'schen Messers zu schlitzen (s. Fig. 239, p. 549). Indem uian den medialen Lidwinkel mit der linken Hand nach oben zieht imd den Lidrand etwas nach aussen dreht, bringt man das geknôpfte Ende des Messers in den obern Thranenpunkt, schiebt es bis in den Sack vor und schlitzt das Kôhrchen durch Senknng des Griffes. Wenn man gleichzeitig das Lig. palpebr. int. durchschneiden will, wodurch die Sondirung erheblich erleichtert wird, so lâsst man das ge- knôpfte Ende des Weber'schen Messers an der hintern Wand des Thrânen- sackes hinter dem Lig. palpebr. hergleiten, dreht die Schneide nach vorn und durchschneidet das Ligament, indem man den Griff des Messers krâftig von hinten nach vorn hebelt. Weber benutzt auch besondere Sonden zum Catheterismus der Thranenwege: elastische Bougies, die feinste entspricht der Nr. 5 Bowman's, und wenn die Sondirung mit dieser Sonde das erste Mal miss- lingt, so wendet er zur Forcirung der Strictur eine dtinnere conische, am Ende aber gerundete Sonde an. (Fig. 243.) Fig. 243. Weber'sche Sonden. Will man sich bei Vorhandensein von Thrànenfliessen uberhaupt erst die Ueberzeugung verschaffen, ob die Thranenwege durchgàngig sind oder nicht, so kann man dies oft durch vorsichtige Wassereinspritzung mittels einer kleinen Spritze, deren rechtwinklig gebogenes Ende vom unteren Thrànen- punkte aus in den Sack gefuhrt wird, erreichen; oder man kann die Son- dirung, auch ohne vorlaufige Schlitzung der Thrànenrohrchen, sowohl vom unteren wie vom oberen Thrâneiipnnkte aus vornehmen, nachdem man das ziemlich ausdehnbare Thrànenrohrchen vorher durch die conische Sonde etwas erweitert hat. Otto Becker hat gezeigt, dass man in diesen Fallen <lic weitere Behandlung durch Sonden in derselben Weise vom oberen Thranenpunkte aus fortfiihren kann, and zu diesein Zwecke auch dickere Sonden mit conischer Spitze in Gebrauch gezogen. Einerlei, mit was fur einer Sonde man sondirt hat, immer ist es zweckmassig, hinterher kaltes Wasser va den Thrânensaci und Nasencana] zu injiciren. lin sicher zu sein, dass die Injection Hircin Zweck entspricht, bedicnf. man sich hohler Sonden, zu denen cin kurzes Ansatzrohr und ein ') S. Arch. f. Ophth. L861, VIII. 1. 94.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21067260_0576.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


