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Credit: Der Aberglauben in der Medicin / von Hugo Magnus. Source: Wellcome Collection.
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![Zuvörderst bezweckten die in Rede stehenden Prognosen nur den Ausgang einer Krankheit zu ermitteln; ob der Kranke bald oder erst nach Ablauf einer gewissen Zeit, z. B. nach 7 Tagen, genesen oder sterben würde, war alles, was Petosiris zu prophe- zeihen unternahm. Alle näheren Einzelheiten über Behandlung, Complicationen, Diagnose eines Krankheitsfalles fehlen noch voll- kommen. Dabei stützte sich Petosiris nicht etwa nur auf den Stand irgend welcher Himmelskörper, sondern er bediente sich eines ziemlich verwickelten Verfahrens, in welchem Zahlenmystik, Ono- matomantie und Astrologie die ausschlaggebenden Factoren dar- stellten. Um nun nach diesem System eine medicinische Vorher- sage zu machen, bedurfte man zunächst eines Zahlenkreises. Es gab zwei verschiedene Arten von solchen Kreisen, einen einfachen und einen verwickelteren. Berthelot hat uns beide, und zwar in der Form, wie sie Petosiris gebraucht haben soll, mitgetheilt. Nach Bouche-Leclercq, Seite 539. Der einfachere Apparat (Fig. 1) bestand aus 2 concentrischen Kreisen, von denen der kleinere in vier Quadranten getheilt war. Zwischen beiden concentrischen Kreisen standen, und zwar über dem horizontalen Durchmesser, die Worte: peaY] ^coy], rechts davon: yj |ixxpd £ü)Y], links von der Vertikalen yj psydAY] £ü)Y]'. Unter der Vertikalen stand: \xeoog ffdvaxos, rechts davon puxpoc; ffavaxos, und links von der Vertikalen 6 peyac; D-dvaxo^. Also nur Worte, welche auf die Länge und Kürze des Lebens resp. des Todeskampfes hinweisen. In den vier Quadranten des eingeschlossenen Kreises,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22384972_0090.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)