Atlas der pathologischen Histologie des Auges / unter mitwirkung des Herrn Prof. Dr. C. Stellwag von Carion ; herausgegeben von C. Wedl.
- Karl Stellwag von Carion
- Date:
- 1861
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Credit: Atlas der pathologischen Histologie des Auges / unter mitwirkung des Herrn Prof. Dr. C. Stellwag von Carion ; herausgegeben von C. Wedl. Source: Wellcome Collection.
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![Cornea-Sclera V. Fig. 41 Liiiibiis eoiijtiiKtivalis Iiypertiophioiis (X'iili ^laiironiato^^i. Dei- durch die äusseren und mitt- leren Augenliaule gel'ülirte Schnitt dient gleichlnlls diizu, das gegenseitige Verhäitniss darzustellen. [Entsprechend dem iimbus conjunctivae erhobt sich ein Schloimliaut- wuist, der in einen mannigfach aus- und eingebuchteten, frei über die Cornea hangenden Lappen endigt (ft). Die diametrale Ausdehnung dieses Wulstes beträgt nahezu 1 Millim., seine Structur besieht in einem lockeren, in Verfettung begrifTenen Bindegewelie mit einem Epithel- Überzug. Von der Basis dieser l)indege\veljigen Wucherung [(!.] zieht sich das getriU)te Bindegewebe {b) einerseits über die betreffende IJornhautparlie in den Conjunctivalüberzug der Sclera Ubergehend (c), anderseits über den Centralllieii der Cornea hin l)is auf eine gewisse Strecke [d). üurch die Behan(Jlung mit Essigsäure gelangt man zu der Ansicht, dass die Trliliung durch oblonge und faserartig ausgezo- gene, nahe aneinander gerückte Kerne bedingt sei. Die Senescenz der Cornea dieses mit einer exquisiten Excava- tion an der Sehnervenscheibe I)ehafteten bulbus einer ve- lula spricht sich aus durch eine fein verlheilte, von d schief nach rückwärts durch die ganze Dicke der Cornea sich ausdehnende Verfettung, ferner durch eine analoge Verfet- tung und fahlgelbe Pigmentirung gegen die inneren Lagen der Sciei-a (c) und drittens durch die Verkümmerung des getrübten Ciliarmuskels (/) mit seinem gegen den mehr oder weniger geschrumpften Ciliarfortsatz {g) sich aus- Ijreitenden Muskolfasernetze. Die Iris {Ii) liegt in ihrer gan- zen Längenausdehnung vor. Vg. = 40. Fig. 42. l'lciis herpeticiiiii eonioao. An dei- llorn- iiaut eines atrophisirenden bulbus sitzt ein Geschwür, das von dem Marginaltheile der ersteren in Gestalt einer kaum 1 Mm. breiten, seichten Furche entspringt und nahezu dem Centrum der Hornhaut eine trichterförmige Vertiefung mit einem tiefer greifenden Subslanzverlusl bildet. Von dem geschwellten opiscieralen Bindegewebe (o) erstreckt sich eine trübe pannöso Schicht (6, b) bis zur Gi'ube (o und wird jenseits derselben in dem Cornealabschnitle d ver- misst, woselbst noch kein Substanzverlust eingetreten ist. Das Epithel ist an der conjunct. scierae wohl erhallen, fehlt jedoch grösstenlheils in dem rinnenförmigen GeschvAÜr und vollends in der trichterförmigen Grube. Die Corneal- trübungen sind an der letzteren am intensivsten ausgespro- chen. Die Prolifikationen der Hornhautzellen treten jedoch auch in dem Abschnitte d durch die ganze Dicke der Horn- liaut auf, vor der Grube breiten sie sich in liefergreifenden Radiationen aus, in den hintersten lloi'nhaulschichton be- schränken sie sich auf wenige strata und sind extensivei' in der Nahe der geschwUrigen Excavation. Die membr. Desce- meti ist wohl eihailen. Vg. = .SO. Fig. 43. Xerosis corneae. Die Wulstungen an der vorderen Ilornhauloberflache kommen grösstenthcils auf Rechnung des enorm verdickten, an manchen Orlen bis zu einer diametralen Ausdehnung von 0,16 Mm. angewachse- nen Epithels (((, a), das im Durchschnitt sich sehr rissig und s[)röde zeigt. Es sind an demselben zwei Schichten zu unterscheiden : eine aus mehrfachen Lagen meist schief gestellter, gell) pigmentirler Zellen besiehende Schleim- schichte und eine aus vielfachen Lagen platter, den ver- hornten Epidermiszellen der äusseren Haut isomorpher Zel- len bestehende Hornschichte. Die letztere lässt sich mittelst conc. Schwefelsäure deutlicher darstellen , indem die ein- zelnen, sehr flachen, dünnen, mit einem Iverne versehenen Zellen sich theilweise loslösen. Von dem episcieralen Bin- degewebe [b] setzt sich eine dichte, fibrilläre Schicht in die Hornhaut fort. Vielfache Zellonprolifikationen und fibrilläre Bildungen bedingen Trübungen in den vorderen Zonen der Hornhaut und beurkunden auch durch die in den mittleren und hinteren Zonen tretenden Stränge ein tieferes Leiden. Aus diesem pathologischen Verhallen in die. vorderen Schichten erklären sich : das ungleichmässigeQuellungsver- mögen der Hornhaut und die Unebenheiten an ihrer hinte- ren Oberfläche bei ganz wohl erhaltener membr. Descenieti. Vg. = 30. Fig. 44. §cleriti8 in opliilialnioiilennorrliuea eines 4jährigen, an Tuberkulose verstorbenen Findlings (Vgl. b-is-Chor. V. Fig 49 u. 50). Von dem vorliegenden senkrechten Durchschnitte w urde die innere Partie gcwälilt, woljei a, a der innersten Lage entspricht. Die lielrelTenden Stränge sind daselbst in molekuläreni Zerfall begrillen, während sie etwas weiter nach aussen (in 6, b) Kei-nproli- fikationen in Ketlenreihen aufweisen. Colloide, das Licht stark brechende Klümpchen liegen zerstreut umher. Die eingelagerten Pigmenlkörnerhaufen sind wohl als Reste der lamina fusca scierae zu betrachten. Die geschwellte Sclera ist insbesondere in ihrem episcieralen Rindegewebe be- trächtlich getrübt, die Kernwucherungen ramificiren sich (lasell)st nacli Art der Gel'ässo. Vg. = 350. Fi^. 4.5. <'!snoei' eorneae. Der Krebs erstreckt sich auf die conjunct. inilbi, das denselben einschliessende Rin- degewebe, die b'is und Cornea. Die Chor und relina blieben ebenso wie Opticus und Sclera intact. Von der Hornhaut eiübrigt nur mehr eine kleine Partie, die in Form einei' trülien Franse an dem wScleralringe hängt. Dass man es hier mit einem infillrirtem Hornhaulsegnient zu Ihun hat, geht aus dem Vorhandensein des belrelTenden Stückes der](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21284799_0105.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)