Atlas der pathologischen Histologie des Auges / unter mitwirkung des Herrn Prof. Dr. C. Stellwag von Carion ; herausgegeben von C. Wedl.
- Karl Stellwag von Carion
- Date:
- 1861
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Credit: Atlas der pathologischen Histologie des Auges / unter mitwirkung des Herrn Prof. Dr. C. Stellwag von Carion ; herausgegeben von C. Wedl. Source: Wellcome Collection.
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![Fig. 22. Cornea bulbi atropliici wahrscheinlich nach einem glauconialösen Processe mit totaler Verkalkung der Linse und Knoclienneuhildung an der Chorioidea. Die strahlig narbige Cornea niisst in ilirem Fliichendurchmes- ser bloss ^^/^ iMillim., hat ihre kreisrunde Begrenzung ver- loren, indem sie an einer Stelle der äusseren Grenzlinie eine seichte Einbuchtung mit der anstossenden Falle der Scler. bildet. Ihre Dicke in dem Weingeistpriiparale be- trägt etwas Uber 2 Millim. ; sie erhebt sich an ihrer inne- ren Oberfläche über die Sclerolica in Form eines senki'echt abfallenden Walles. Der senkrechte Durchschnitt gibt iiier- über näheren Aufschluss, wobei das Epitiiel (o) gewulstet und insbesondere an manchen Orten verdickt, die üeber- j gangssteile in die Scler. [b] an ihrer hinenseite mit pig- menthaltigem Bindegewebe (c) ausgekleidet erscheint. Der abgerundete Wulst (d) ragt beträchtlich über die Innenfläche der Scler. hervor. In der Substanz der Hornhaut erscliei- nen schmutzig gelbbraun pigmenlirte Streifen (e), welche wohl als verkümmerte Reste von vorausgegangenen Zellen- wucherungen zu betrachten sind. Die Lagerungsverhält- nisse der Hornliautschichten zu einander weichen häufig von den normalen ah. Vg. = 20. Fig. 23i Pseudo - coriit'a pniinosa cum sclera bulbi atrophici. Das die Hornhaut ersetzende Narben- gewebe ist gegen den Scleralrand verdichtet, und es man- gelt ihr eben vvie der Scler. das Aufquellungsverniögen in Essigsäure. Die Fpithelschichten sind jedenfalls reichlicher (a,a); unterhalb folgt eine pannöse Schicht (6), welche ge- gen die Scler. hin bedeutend an Mächtigkeit zunimmt und sich in das Gewebe der letzteren förmlich einbuchtet (c, cj, wo es sodann aus wellenförmig geschwungenen Bündeln von Bindegewebe besieht. Das Gewebe der Pseudo-Horn- haut [d.d] zeigt an manchen Orlen wellenförmige Züge von Bindegewebe : an anderen Orten ist sie zusammengesetzt aus pigmentirten Faserzügen und sich mannigfach ineinan- der schiebenden Schichten. Gegen die Scler. hin beobach- tet man eine bogenförmige Begrenzungszone (e), hinlerwei- cher Sförmige gekrümmte Faserschichten wie eingeschoben erscheinen; dieselben erinnern an jene der Cornea. In diesen gleichsam eingeschobenen Schichten und in derSIcer. {f. f. f.) sind fettig molokuläre, schmutzig graubraun pig- menlirte Gruppen von rundlicher oder slrangförmiger Ge- stalt mit einer scharf markirten Begrenzung [g,g]., was auf die Vermuthung hinführt, dass dieselben als rückgebilde- ter Gefässinhalt aufzufassen wären. Vg. = 80. Flg. 24. Geroiltoxoii. Senkrechter Schnitt durch die Augenhäute in der Gegend der Ciliarfortsätze. Die vom normalen Epithel (f/, a) überkleideten beiden Häute zeigen an bestimmten Stellen Trübungen und zwar die Hornhaut zwischen b u. 6', d. h. an jener Stelle, wo sie sich nach vorwärts auszubuchten beginnt. Die getrübte Partie hat die Gestalt eines Meniscus, dessen hinterer Bogen [b] schär- fer begrenzt ist als der vordere [b'). Die Trübung tritt stets am intensivsten in den vordersten Hornhautschichten auf und nimmt gegen die hinteren slätig ab, ja verschwin- det hier selbst in wenig ausgesprochenen Fällen ganz. Nach aussen von der scharfen Begrenzung des Greisenbo- gens lagert sich noch die bekannte ungetrübte Corneapanie an (zwischen 6 u. c). Es beschränkt sich jedoch in der exquisiten Senescenz der äusseren Augenhäute die Trü- bung nicht bloss auf die Cornea, sondern breitet sich von den vordersten Hornhautschichten (bei 6) über die angren- zende conjunctiva Scler. (cundc') aus, dunkle Streifenzüge bildend. Dieselben erweisen sich theils als atheronialöse Gefässe, tiieils als sciiichtenweise Ablagerungen fein ver- lheilten Fettes. DasParenchym der Scler. (von d einwärts) hat an Transparenz keine besonders merkliche Einbusse erlitten, gegen die innersten Lagen hin (bei e) und um den Canalis Schiemmi ist die Trübung wieder sehr auffällig. Diese bei auffallendem Lichte und insbesondere bei sehr schief einfallenden Strahlen sehr maikirt grau verfärbten Trübungen erstrecken sich zuweilen auch auf den nmscu- lus ciliaris {[] mit seiner netzförmigen Ausbreitung [g]^ welche bis auf eine gewisse Tiefe in den Ciliarfortsalz [h) zu verfolgen ist. Der Pupillartheil der Iris (/) ist abge- schnitten. Vg. = l'ii). Fig. 25. iiei oiitoxoii, pars corneae anterior. Bei genauerer Würdigung derselben ergibt sich, dass sowohl die Horn- als Schleimschichle (au. b) des Epithels kaum, und die struclurloseSchichtBowman's (c) gar nicht bei der Trübung betheiligt sind. Dieselbe wird in den vorderen Hornhautschichten (d, d) durch massenhafte Anhäufung einer feinköi nigen Substanz bedingt, welche nicht bloss in den faserarligen ausgezogenen Hornhautzellen, sondern auch in der Intercellularmasse in markirten Fällen er- scheint, in Essigsäure, Salzsäure und kohlensauren Alka- lien unverändert bleibt, in Aether hingegen verschwindet. Vg. = 350. Fig. 26. €ieronto\on, pars corneae posterior. Die Ansammlung von Fettmolekülen beschränkt sich hier auf die Ilornhautzellen , während die Intercellularsubstanz beinahe aanz ihre normale Transparenz bewahrt hat. Vg. =350. Fig. 21. Gerontoxon, pars scler. canali Schlenmii vicina. Die Verfettung ist an den innersten Lagen dieser Haut am stärksten vertreten (a) und nimmt nach aussen zu [b) slätig ab. Die Atrophie offenbart sich nicht bloss durch die fetlkörnige eingestreute Masse, sondern auch durch eine schmutzig eelbe, gelbbräunliche Färbung. Vg. = 350. Anmerk. Die sammtlichen Durchschnitte der 3 Tafeln sind mit verd. Essigsaure behandelt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21284799_0022.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)