Atlas der pathologischen Histologie des Auges / unter mitwirkung des Herrn Prof. Dr. C. Stellwag von Carion ; herausgegeben von C. Wedl.
- Karl Stellwag von Carion
- Date:
- 1861
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Credit: Atlas der pathologischen Histologie des Auges / unter mitwirkung des Herrn Prof. Dr. C. Stellwag von Carion ; herausgegeben von C. Wedl. Source: Wellcome Collection.
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![Fig. 23. Ati'ophin Iridis. Die Pupille ist verzogen und hat ihre krcislürmige Bcj^renziing durch eine seichte, seitliche Ausbuchtung eingehiisst. Die Vorderlläche der Iris ist insbesondere gegen den Pupiliarrand hin i'ostfarbig, von der Hintcrüiiche hat sich das zarte elastische pigmen- tirte Iläutchen losgelöst und unterhalb desselben zeigen sich sehnenartig glänzende, strahlig angeordnete Bündel mit streckenweise fehlendem Pigment. Der ringförmige Wulst des Schliessmuskels der Pupille fehlt. Aus dem senkrechten Durchschnitte des Pupillartheiles der Iris ist zu ersehen, dass die rostähnliche Verfärbung der Vorder- seite auf % — der b-isdicke sich beschränkt (a) und von gelbbräunlich tingirten, geschrumpften Kernen , grössten- theils jedoch von freiem Pigment herrühi't. Gegen die Mitte, insbesondere gegen die Ibnterseite zu (6) treten un- regelmässige Gruppen von dunkelbraunen, platlen, un- förmlichen Zellen auf. Die sonst der bis zukommenden ])igmenlirten Faserzellen sind nicht mehr aufzufinden. Die Verschrumpfung des Gewebes spricht sieh nicht bloss im sphincter pupillae durch die in einer molekularen Masse, eingebetteten Kerne, sondern auch durch eine hochgra- dige Atropliic der Nerven und Gefässe aus. Vg. = iOO. Fig. 24. Atropliia nuisfiili ciiiaris von demsel- l)en Falle. Die Abnahme des dicken Durchmessers vmd die schmutzig graue Färbung gel)en die äusseren Kennzei- chen dieser Atrophie ab. Die Bündel von organischen Muskelfaserzellen erweisen sich am besten an im trocknen Zustande angefertigten Durchschnitten umgewandelt in mit Fettkörnchen besetzte und schniutzig gelb pigmentirle Stränge (a, a, a), von welchen anastomosirende Zweige unter einem sehr spitzen Winkel abgehen. Die Kerne der organischen Muskelfasern sind bis zur Unkenntlichkeit ge- schrumpft. Das Zwischengewel)e der Muskelbündel ist ein wellenförmig gekräuseltes Biudegewelie. Vg. = 350. Fig. 25. roueretiosu'S snbglohosai' ad inter- nam supeiTicicni ehoiioideae bulhi atropliici. Es war eine discissio et recli nalio cataractae vorausg<gan- gen. Die soliden Körnei- liegen ajlenthalben der Cho- rioideallläche in einer solchen Menge auf, dass dieselbe wie mit Gries bestreut erscheint. Man überzeugt sich bei niederer Vergrösserung und reÜekt. Licht von ihrer Glätte; auch lässt sich schon mit a!ler Bestimmtheit er- kennen , dass pigmentirtes Epithel vielen dieser Körner aufliegt. Vg. = 20. Fig.26. Costoretionos siiUglobosae ad intoi-nasn superlioieiu choi'ioideae. Die pigmontirlen polygona- len Epithelzellen über den Chorioidealconcretionen sind mit ihren hellen Kernen an vielen Orten ganz wohl erhal- ten (wie z. B. bei a). Die Concretionen sind durchschei- nend, resistent. Man kann einfache und zusammenge- setzte unterscheiden ; die ersteren (6) sind Segmente von Sphäroiden, die letzteren (c) , wie insbesondere die Pro- filansicht lehrt, aus einer Gruppe von solchen Segmenten gel)ildet. Der Grad ihrer Transparenz ist verschieden, eben so wie ihr Umfang; ihr Durchmesser schwankt zwi- schen 0,01—0,'iß Mm. Sie besitzen eine beträchtliche or- ganische Grundlage; reagirt man mit Schwefelsäure, so bilden sich bald mehr, bald weniger Gypskrystalle, bei Zugabe von Salzsäure werden manche gar nicht, andere etwas durchscheinender und lassen im letzteren Zustande ein feinkörniges Gefüge mit radiärer Anordnung (d) oder eine concentrische Schichtung (e) wahrnehmen. Sie sitzen wie die analogen senilen (Vgl. bis-Chor. I, 6) auf dem glashellen Häutchen der Chorioidea. Von der äusseren Oberfläche der Chorioidea , deren verkümmernde Gefässe gegen die hinenseite zu verfolgen sind, lässt sich eine nicht unbeträchtliche Menge pigmentirten Bindegewebes, eine hypertrophische lamina fusca abziehen. Vg. = 1550. Fig. 21. Fxfi't'.scenliae pigsii<>iito.sae partis pu- piilaris Iridis et syiiechia posterior. Ansicht von tier hinteren b'isfläche, von welcher pigmentirte Faser- zellen mit einem hellen Kern und langen zwei, drei, sich wieder theilenden Fortsätzen ausgewachsen sind. Die Pigmentzellen nehmen auch eine abgeplattete scheibenför- mige Gestalt an und dienen als Belegmasse für warzen- oder kolbenförmige bindegewebige Bildungen. Nebst den pigmentirten lagern sich auch pigmentlose bindegewebige zarte Netzwerke an die Vorderfläche der Finsenkapsel, von welcher sie jedoch mittelst eines leichten Zuges loszu- trennen, also mit ihr nicht verwachsen sind. In diesem Falle ist überdiess die Vorderlläche der b-is von einem aufliegenden, zarten, dünnen Häutchen getrübt, das bloss aus einer feinen Molekularmasse, ähnlich präcipilirteni F^iweiss, und eingeliettet in einem Strickwerke von Faser- sloflläden besteht. \n Essigsäure hellt sich das Hänichen auf und man wird kleine runde, in Gruppen stehende Kerne (von Eiterkörperchen ?) an einigen Orten gewahr. Vg. = 30. Fig. 28. Lainiiia ossilicata ad enteriiane siiper- äit'iein eliorioideae bidbi atrophiei. Hinter den ver- künunerten Ciliarfortsätzen ist gegen die Innenseite der Chor, eine bindegewebige M^ucherung bemerkbar, die](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21284799_0067.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)