Atlas der pathologischen Histologie des Auges / unter mitwirkung des Herrn Prof. Dr. C. Stellwag von Carion ; herausgegeben von C. Wedl.
- Karl Stellwag von Carion
- Date:
- 1861
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Credit: Atlas der pathologischen Histologie des Auges / unter mitwirkung des Herrn Prof. Dr. C. Stellwag von Carion ; herausgegeben von C. Wedl. Source: Wellcome Collection.
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![Cornea-Sclera IV. Fig. 28. Ulcus corneae perforaiis. Ein durch die ganze Dicke der Hornhaut geführter Schnitt. Die ge- schwürige Partie hat eine bei auffallendem Licht graue, bei durchgehendem schmutzig braunliche Färbung, senkt sich von der vorderen Cornealoberflache (a) muldenförmig in die Tiefe und fällt bei b nahezu senkrecht mit einer un- gleichmässig zackigen Begrenzung ab. Die Abnahme der Transparenz gegen die geschwürige Stelle hin erfolgt in rascher Progression und ist durch eine Wucherung von Corneazellen bedingt, die bald zerfallen, so dass endlich von dem Hornhautparenchym nur mehr eine structurlose, mit vielem freiem Fett imprägnirte Masse erübrigt (bei t). Die in verschiedenen Gorneaschichten gegen die geschwü- rige Partie erscheinenden streifigen Trübungen sind auch in den hintersten (d, d) stratis vertreten. Vg. = 100. Fig. 39. Neoplnsiae hyalinae ad iiiembraiiam Desceiiieti. Das vorliegende Stück rührt von einem glau- comatösen Auge her zunächst dem ligam. pectinatum, dem die schlangenförmig gewundenen, breiten, durchscheinen- den , bandartigen Faserzüge mit zahlreichen Bifurcationen oder anastomotischen Zweigen angehören. Die Fasern fahren auch strahlenförmig auseinander, bilden Netze mit schmalen Spalten und sitzen dem glashellen Häutchen so innig auf, dass sie nur an v\'enigen Orlen frei hervor- ragen. Sie zweigen sich von der Cornealfläche des Liga- nientes mehr weniger unter einem rechten Winkel ab. Die glashellen Auflagerungen der Descemelischen Haut kommen insbesondere an der benannten Stelle bei senes- cirenden Augen nicht selten vor. Es sind Segmente von Kugeln, Ellipsen mit seitlich gelagerten kleineren von der Transparenz eines matten Glases; sie sind mit ihrer ebe- nen Oberfläche fest mit der Membran verschmolzen , nicht ablösbar und ragen mit ihrer flach gekrümmten Ober- fläche hervor, was man am besten an den absichtlich übergeschlagenen Stellen beurtheilen kann. Sie besitzen die vollkommenste Analogie auch in mikrochemischer Be- ziehung mit den der glashellen Membran der Chorioidea aufgelagerten Gebilden. Vg. = 350. Fig. 30. Staphyloiiia sclerae bulbi glaiiconia- tosi. Das staphylomatöse Leiden kennzeichnet sich schon bei der äusseren Betrachtung. Nach der Eröffnung des bulbus überzeugte man sich in diesem Falle, dass, ent- sprechend den Zügen der Nerven undGefässe, eine Usur der Scleralsubslanz eingeleitet ist (a, a) , wodurch letz- tere wie von helleren Furchen durchzogen erscheint. Es kommt wohl auch in derartigen Rinnen zur Bildung von Alveolen. Die entsprechenden Nerven erweisen sich in diesem Falle hochgradig atrophisch, die Gefässe von locke- rem Bindegewebe umhüllt. Als fernerer Ausdruck der Usur erscheinen an der inneren Scleraloberfläche Systeme von Alveolen (b) und endlich verschwommene Verdünnun- gen bis zu einer beträchtlichen Durchscheinbarkeit. Das Bindegewebe zunächst den Alveolen ist locker, Züge von Bindegewebsbündel sind mit sehr feinkörnigem Fett dicht besetzt, wie im fettigen detritus befindlich. Es hat so- mit den Anschein, dass die beschriebenen Usuren der Sclera durch bindegewebige Wucherungen, wie an dem cranium durch die Pacchionischen Granulationen eingelei- tet werden. Vg. = 4. Fig. 31. FIcus corneae sanescens. Das seichte Geschwur, einem glauconiatösen Auge angehörend, hat eine dreischenkelige Gestalt mit einem Nebelfleck in der Tiefe der Hornhaut gegen das Ende des einen Schenkels. Die Trübung betrifft wesentlich die mittleren Hornhaut- schichten, bedingt durch verschrumpfte oblonge Kerne in gedrängter Lagerung; zudem ramificiren sich zwischen diesen noch einige braunröthliche Stränge (zurückgebildele Blutgefässe). Der abgebildete Uebergang zur geschwüri- gen Stelle ist bemerkenswerth dadurch, dass das Epithel- zellenlager (a, a) über die vertiefte Geschwürsoberfläche sich fortsetzt. In der Bowman'schen Schicht [b] treten wuchernde Corneazellen auf und nehmen an Zahl gegen die vertiefte Stelle hin [c] zu. Vg. = 3-50. Fig. 32. INeoplasia inter Stratum epitheliale et Bowniani. Auch in diesem Falle eines glaucomatösen Auges war ein sehr seichtes Hornhautgeschwur mit meh- reren seitlichen Ausbuchtungen vorhanden. Zwischen der Epithel(a)- und vorderen glashellen Schichte (c) ist über- raschender Weise eine Gewebslage [b] eingeschoben, die nach Behandlung mit Essigsäure faserartig ausgezogene Kerne in ziemlich regelmässigen Abständen und paralleler Richtung zeigt. Nach gehöriger Einwirkung dieser Säure hat es durchaus nicht den Anschein , dass dieses Stratum Epithel sei; es lassen sich vielmehr den Hornhautlamellen ähnliche Partien abheben. Dasselbe ist von ungleicher Mächtigkeit, erhebt sich, wie an einigen Orten zu ersehen ist, von in der glashellen Schichte wuchernden Hornhaut- zellen, die über die letzlbenannte Schichte emporwach- sen, um anderseits allmälich zu verschwinden. Vg. = 350. Fig. 33. IVeoplasia hyalina in cornea senescente. Das Conj. Epithel (a) ist allenthalben an den beiden bulbi einer vetula selbst an jenen Stellen , die oberflächlich ero-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21284799_0069.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)