Atlas der pathologischen Histologie des Auges / unter mitwirkung des Herrn Prof. Dr. C. Stellwag von Carion ; herausgegeben von C. Wedl.
- Karl Stellwag von Carion
- Date:
- 1861
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Credit: Atlas der pathologischen Histologie des Auges / unter mitwirkung des Herrn Prof. Dr. C. Stellwag von Carion ; herausgegeben von C. Wedl. Source: Wellcome Collection.
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![Lens-corp. vitr. IV. Fig. 32. Stiatiim epitholinle «ttrophiciiiii. Dns der Vorderkfipsel einer catoraclösen Linse ungehörige Epithel bietet eine absonderliche Beschaffenheit dar. Es liegen nämlich Körper von fettähnlichem Glänze vor, die durch Fortsätze netzartig miteinander verbunden sind und zwischen den ietzleren eine fein molekuläre Masse beher- bergen. Diese Körper, ebenso wie ihre i—6 Ausläufer bestehen aus einer homogenen Masse, und es lässt sich kein kernähnliches Gebilde in ihnen wahrnehmen, so dass man zu der Annahme verleilet wird, die Kerne seien in der das Licht stark brechenden Substanz unsichtbar geworden. Gegen den Aequator der Linse verschwindet die beschriebene Epilhellage und es erübrigt nur mehr eine flach ausgebreitete, fein granuläre Masse mit einge- betteten, in Auflösung begriffenen Kernen, die endlich in einer schmutzig gelben Molckularmasse gänzlich unter • gegangen sind. Letzlere ist durch hellere Zwischenräume in Felder gelhcilt und gewährt bei starker Loupenver- grösserung an der Aequatorialzone ein mosaikähnliches Ansehen. Vg. = 350. Fig. 33. Fibrill.ae iieophasticae epiiJielii. Das- selbe gehört der Vorderkapsel einer getrübten Linse eines glaucomalöson Auges an. Parallel gestreifte, geradlinig verlaufende Massen schieben sich zwischen die Epithelzel- lengruppen ein, theilen sich häufig unter spitzen Winkeln, Anastomosen bildend, oder verschwinden zwischen den Zellen. Auf diese Weise gewinnt das Ganze ein areolares Ansehen mit den eingelagerten Zellen in den frei gelasse- nen Räumen der faserigen Masse, die einerseits mit der ge- trübten Corticalsubstanz, anderseits mit den Zellen des Epithels im innigen Zusammenhange steht. Streckenweise fehlen diese eingeschobenen streifigen Massen völlig, und das Epithel ist ganz wohl erhalten. Um die Streifenzüge besser zu veranschaulichen, bedient man sich mit Vortheil der vd. Chromsäurc. Vg. = 350. Fig. 34. Zona liiiclearis nirophica. Die oberfläch- lichen Schichten der Rindensubstanz von der Linse des vo- rigen Falles liegen vor, deren Fasern ein verschrumpfles An- sehen darbieten und ihre Transparenz durch eine ])räcipi- tirte Körnermasse derartig eingebüsst haben, dass sie selbst in dünnen Lagen schmutzig gelb erscheinen. Die Kerne ha- ben zwar ihre abgerundete Oberfläche bewahrt; ihr Durchmeser übersteigt nicht 0,006—0,007 Mm. ; sie sind gruppenweise so angehäuft, dass die Annahme einer vor- ausgegangenen Prolifikation gerechtfertigt ist. Vg. = 350. Fig. 35. Cataracta cap$»ularis posterior. Es be- trifft einen Fall von Staphyloma sclerae et chorioideae mit hochgradiger Atrophie der Iv'is, relina, Trübung der Linse und des Glaskörpers. Die trübende Masse des letzteren besieht in einer schmutzig gelben, gelbbräunlichen Kör- nermasse mit zahlreichen eingelagerten durchscheinenden Köi-pern von verschrumpftem Ansehen (a, o) , die wahr- scheinlich die Ueberresle von vorausgegangenen Zellen- wucherungen sind. Zudem sieht man dunkelbraun pig- nientirte Körnerliaufen und glashelle Klümpchen bald soli- lär, bald gruppirt eingestreut. Die besprochenen Mas- sen haften der llinlerfläche der Ilinterkapsel so innig an, dass sie auf mechanische Weise z. B. durch Abspülen mit Wasser nicht zu entfernen sind, während die der umge- schlagenen Stelle entsprechende Vorderseite (b, b) der Ilinterkapsel frei von anklebender Suljstanz ist. Vg. = 350. Fig. 36. Dt'geiieratio corporis vitrei. Die vor- dere äussere Partie eines consislenleren Glaskörpers ist von, schon mittelst des freien Auges sichtbaren, lüpfeligen Trübungen mit verschwommener Begrenzung durchsetzt. Dieselben erweisen sich als Aggregale von Körpern, die isomorph den sogenannten Kaikkörperchen von vielen niederen Thieren sind, jedoch in Salzsäure sich nicht lö- sen. Bei einer veränderlichen Grösse von 0,00i—0,0'IS Mm. und abgerundeten Gestalt brechen sie das Licht stark und bestehen bald aus einer homogenen Sulislanz, bald ist dieselbe in eine Rinde und einen Kern geschieden ; der letztere hat auch ein slrahliges Gefüge oder bricht das Licht weniger als die Rinde. In den meisten Fällen findet jedoch das Gegentheil von den beiderseitigen Brechungs- verhällnissen statt. In den meist grösseren, zusammenge- setzten Formen, deren Durchmesser bis 0,0?5 Mm, steigt, befinden sich auch zwei kernähnliche Gebilde. (Vgl. Lens- e. v. V. 47). Wenn auch diese Körper nicht geradezu als Zel- lenerkrankungen anzusehen sind, so stehen sie vielleicht mit einem gestörten Entwickiungsprocesse des Glaskörpers zu einer höheren Stufe von Bindegewebe im Zusammenhans. Man stösst nämlich aufgruppirle runde, 1—2 kernige Zei- len oder auf solche mit mehreren fadenarligen I'ortsätzen, auch ist die Sul)stanz des Glaskörpers an manchen Orten zu bindegewebigen Bündeln umgestaltet. Vg. = 450. Fig. 37. Cataracta corticalis. Nach Abzug der hinteren ungelrüiilen Linsenkapsel erscheint die ober- flächliche Linsensubslanz beinahe undurchsichtig. Es las- sen sich die kolbig geschwellten Fasern des Centraltheiles- abheben und als solche in ihren Umrissen noch wohl er- kennen, obwohl sie von einer feinkörnigen Masse durch-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21284799_0075.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)