Atlas der pathologischen Histologie des Auges / unter mitwirkung des Herrn Prof. Dr. C. Stellwag von Carion ; herausgegeben von C. Wedl.
- Karl Stellwag von Carion
- Date:
- 1861
Licence: Public Domain Mark
Credit: Atlas der pathologischen Histologie des Auges / unter mitwirkung des Herrn Prof. Dr. C. Stellwag von Carion ; herausgegeben von C. Wedl. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by UCL Library Services. The original may be consulted at UCL (University College London)
91/114
![Lens-corp. vitr. V. Fig. 44. Cataracta capsiilaris posterior. Das vorliegende Stück. Ijeliifll eine Failie der hinteren Kapsel- hiilCte, an deren vordei'en d. Ii. der Linsensultstanz zuge- wendeten Fläche eine verschwommen fJecisige und feiiUU- pl'elige Trübung sich bemerkbar macht. Es sind halbkugelige Körper (o), die auf einer transparenten, sich nicht dilleren- zirenden Basis sitzen und gegen ihre freie, scharf begrenzte und gekrümmte Oljerlliiche hin ein schmutzig gelbbrüun- liches Agglomerat von Ivürnern zeigen. Ein kernähnliches Gebilde ist wenigstens an vielen dieser Körper nicht nach- zuweisen , ebenso wenig eine sich abhebende Mend>ran. Dieselben sind wohl zu unterscheiden von den granulirlen Kugeln [b], die aller Wahrscheinlichkeil nach als involvirte neue Zellenbildungen zu betrachten sind. Die fein granu- läre Masse (c, c) von meist fahlgelber Färl)ung ist von ver- schiedener Mächtigkeit und schliesst hyaline Ilohlräunie ein. (Vgl. Lens corp. vilr. Fig. 3 u. Fig. 2C.) Als i'i oducte neuer Bildung sind noch die ovalen Kerne (d) anzuführen, die, mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Inhaltsporlion umge- ben , vielleicht die Ersllingsbildungen der granulirten Ivu- geln vorstellen. Die Trübungen an der abgezogenen Vorder- kapsel, welche letztere ei)enso wenig als jene der hinleren Kapselhälfle in ihrer Substanz eine Trübung erlitten hatte, sind erheblich durch das nekrotisirende Epithel, eine auf- gelagerte granuläre Masse und die zu erweilci ten Schläu- chen aufgeblähten centralen Enden der I^insenfasern, \n eiche in ihrem binern von einem oder mehreren Knotenpunkten ausstrahlende, zu einem Netze sich vereinende Fäden zei- gen. Vg. = 3.')0. Fig. 45. (oiioretioiies in Cataracta capsiilari von einer extrahirten Cataracta mit einem durchscheinenden Kern, einer erweichten, getrübten Corticalsulistanz und einer durch angelagerte streifige und vei'kalkle Schichten fleckenweise li-üben Kapsel. Das E|)ilhel der letzteren hat kaum etwas von seiner Trar.sparenz eingebüsst und fehlt an jenen Orten, wo unregelmässig verkalkte und streifige Massen angelagert sind. Zwei knochenähnliche Plätlchen von einer Flächenausdehnung von einigen Quadi-almillim. liesitzen eine ungleichförmige Structur. In einer bald fein-, bald grobkörnigen, mehr oder weniger wolkig getrübten Grundlage sind dunkle, unregelmässig eckig begrenzte Massen, meist in Gruppen beisammen stehend (o) zu ge- wahren, welche als organische Pigmentüberresle zu deuten sind, wovon man sich nach F2xtraclion mit Salzsäure über- zeugt. Auch die liohlgänge (bei b) erscheinen gewöhnlich in Gruppen und dürften von Zerklüftungen der verkalken- den Linsensubstanz herrühren. Vg. = 350. Fig. 46. Ct'lhilao pigiiicntatae in superlicie an- tcr. capsniae von dem vorigen Falle. Hellbraune, meist mehrstrahlige, mit einem oder zwei Kernen versehene Zel- len liegen in geringen Abständen der Vorderkapsel auf und sind die Ausläufer von pigmentirlem Bindegewelte, wel- ches sich leicht von der Vorderkapsel abheben lässt. Vg. = 350. Fig. 41. Dcgencratio corpori.*» vitrei. In einem zweiten Falle gleichfalls aus dem Auge eines Aegypters, wurde eine ähnliche tUpfelige Ti'übung, wie in Fig. 36 Lens-corp. vilr. IV., jedoch auch in den cenlralen Partien des Glaskörpers beobachtet. Die dort ai)gebildeten Körper sind hier im polarisirlen Licht bei Kreuzung der A7co/'schen Prismen dargestellt. Die Erscheinuni; der chromatischen l'olarisation zeigt sich bei starker Vergrösserung mittelst direclen Sonnenlichtes prachtvoll. Die Regelmässigkeit der concentrischen, in verd. Salzsäure noch deutlicher werden- den Schichtung erweist sich durch die nette I3egrenzung des schwarzen Kreuzes. Die doppelt brechende Eigenschaft ist ebenso in den Körpern geringeren Umfanges vertreten. Ilaken eines etwaigen Cysticercus wurden nicht aufgefun- den , auch spricht die Art der Vertheilung dieser Körper nicht für zurückgebliebene Kaikköi perchen eines Cysticer- cus. Vg. = 350. Fig. 48. Cataracta secnn<!aria. Der Kern der Linse fehlt, und es erübrigt von der Corticalsul)stanz der letzteren ein an zwei Stellen in seiner Conlinuität kurz unterbroche- ner, graurölhiicher Ring, der in der dellenförmigcn Grube des Glaskörpers liegt und von einer sich Überdieselbe fort- setzenden Meiid)ran (Vorderkapsel) überkleidet ist. Bei Loupenbetrachlung ergibt sich , dass letztere an einer der unlei'brochenen Stellen des Ringes eingerissen erscheint. Das al>gebildete Segment des bei auff. Licht grauröthli- chen, bei durchgehendem Licht graubraunen Ringes (a, a) lässt an dieser Stelle gegen die Vorderseite hin noch ein Netzwerk erkennen, das an Dichtigkeit abnehmend, sich an der Ilinterseite der gefalteten Vorderkapsel fortsetzt und streckenweise verschwindet. Das Kapselepilhel ist wohl getrübt, dessen Zellen jedoch mit dem granulären In- halt und betreffenden Kerne treten deutlich hervor. An der hinleren Kapselhälfte ragen viele hall)kugelige, consi- stente, glashelle Auflagerungen hei'vor. Die zwischen der vordei'on und hinteren Kapsel im Ringe und nach einwärts von demselben sich fortselzende nekrobiotische Cortical- sulistanz lässt die Linsenfasersysteme und selbst noch deren krankhaft missgebildete Formen erkennen. Vg. = 12. Fig. 49. Corpns vitrenni oluiultilatnni eines mit Linsencataract, Nelzhautatrophie und Slaphylonia sclerae et chor. diffusum behafteten Auges eines Aegypters. Schon mittelst des blossen Auges ist man im Stande, in dem nicht getrübten Glaskörper eine Menge winziger, lichtgrauer Tüpfel bei passender Beleuchtung wahrzunehmen. Dieselben fin- den sich nicht ]>los an der Rindensubstanz, sondern auch hinter der dellenfürmigen Grul)e des Glaskörpers vor und erweisen sich als Gruppen von allgeplatteten, scheiben- ähnlichen, sich leicht fallenden Körpern («, ((), welche kein keinähnliclies Gebilde besitzen, isolirbar sind, das Licht nicht doppelt brechen und in Essigsäure und kohlens. Al- kalien sich nicht merklich verändern. Sie Iiaben wahr- scheinlich die Bedeutung von wuchei nden, veränderten und nun collaI)irlen Glaskörjier/.ellen. Zwischen diesen insel-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21284799_0091.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)