Untersuchungen über die Temperatur des Gehirns / von Hans Berger.
- Hans Berger
- Date:
- 1910
Licence: In copyright
Credit: Untersuchungen über die Temperatur des Gehirns / von Hans Berger. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![von denen die letzte bereits deutliche pathologische Erscheinungen zeigt, die sich aber auch mit gewissen von Mosso mitgeteilten Tierexperimenten decken. Unsere Versuche am Schimpanse wurden nur angestellt zur Vervollständigung und Er- gänzung der von Mosso gewonnenen und von mir in den folgenden Blättern mitzuteilenden Materiales. Beobachtung I. Lz. F. Lz. 29 Jahre alt, ist erblich belastet, indem seine Mutter „schwach im Kopfe“ sein soll. Er hat eine normale Entwicklung durchgemacht, hat gut gelernt und war Soldat gewesen. Er galt für einen intelligenten Arbeiter. Seit neun Monaten klagte er über starke Kopfschmerzen und hatte ge- legentlich Erbrechen. Er wurde in seinem geistigen Verhalten verändert, auffallend interesselos und ohne Teilnahme für seine eigene Familie, für die er bis dahin gut gesorgt hatte. In den letzten zwei Monaten deutliche Zunahme der Kopf- schmerzen und gelegentlich kurze Verwirrtheitszustände, in denen er sinnlose Handlungen ausführte, z. B. ein Billet nach Amerika kaufte, in den Kinder- wagen urinierte usw. Die körperliche Untersuchung ergab an den inneren Organen einen normalen Befund. Die Untersuchung des Nervensystems ergab folgendes: Kniephaenomen: R.^L. Patellarklonus; beiderseits, R.]>L. Achillesphaenome: R.^L. Dorsalklonus: beiderseits, R.^L. Starkes ROMBERGsches Schwanken. Ataktische Bewegungen des rechten Beines. Händedruck: R. 80, L. 110 kg. Geruch:R.^L. Schädelperkussion in der \mrderen Hälfte, namentlich links schmerzhaft. Im übrigen normaler Befund am Nervensystem und auch am Augenhintergrund. Im ps}mhischen Verhalten bot Lz. außer einer gewissen Verlangsamung der intellektuellen Prozesse nichts Krankhaftes dar. Er war genau örtlich und zeitlich orientiert, rechnete selbst kompliziertere Exempel richtig, aber ziemlich langsam aus, hatte auch sonst gute Kenntnisse. Nachdem eine zwei Monate lang fortgesetzte, sehr energische Jodkali- behandlung keine Besserung gebracht hatte, wurden über dem Stirnhirn in Narkose zwei Punktionen ausgeführt, bei denen normale Gehirnsubstanz entfernt wurde. An der in links gelegenen Punktionsstelle deren genaue Lokalisation aus der Abbildung 5, einem Obersteiners bekannten Werkeentnommenen Schema, hervorgeht, wurden Temperaturmessungen ausgeführt. Die Punktions- I(Obersteiner, Nervöse Zentralorgane. IV. Aufl., 1901, S. iio, Fig. 23.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28075523_0057.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)