Die Untersuchung der Pflanzen- und der Thiergewebe in polarisirtem Lichte / von G. Valentin.
- Gabriel Valentin
- Date:
- 1861
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Credit: Die Untersuchung der Pflanzen- und der Thiergewebe in polarisirtem Lichte / von G. Valentin. Source: Wellcome Collection.
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![übrig, als in der auf ihr senkrechten. Ein solcher Körper liefert mithin zwei Farben, er ist dichroitisch, je nachdem man ihn nach einander längs zweier rechtwinkelig sich kreuzender Ebenen ansieht. §.69. Die Ungleichheit der Absorption erstreckt sich häufig auch auf die beiden Bilder, welche die Doppelbrechung selbst lie- fert. Nachdem Brewster 1 die erste hierher gehörende Beobach- tung am Achat gemacht hatte, entdeckten Biot2 (und Seebeck) die Eigenschaften des Turmalins, dessen häufige Anwendung bei Polarisationsuntersuchungen sich trotz des von Marx später empfohlenen Dichroits erhalten hat. Es gibt Exemplare jenes negativ einachsigen Minerals, die längs der Achse dunkelroth und senkrecht auf ihr grün erscheinen. Ein dünn auslaufender Turma- linkeil, dessen Kante der optischen Achse parallel geht, liefert ein doppeltes Bild an den dünneren und ein einfaches an den dicke- ren Stellen, weil eine der Achse parallele Platte vorzugsweise das ordentliche Bild verschluckt und nur das ausserordentliche durch- lässt. Rothe bis rothbraune und vor Allem grüne Turmaline eignen sich am besten, diese Erscheinung nutzbar zu machen. Manche Optiker, z.B. Herschel3, geben an, dass die Lichtstärke des ordentlichen Strahles in geometrischer Progression abnimmt, wenn die Dicke in arithmetischer wächst. Eine Turmalinplatte von einem Millimeter Dicke, wie man sie zu gebrauchen pflegt, macht schon den ordentlichen Strahl für die gewöhnlichen Beobachtun- gen unmerklich. Eine Turmalinzange enthält zwei Turmalin- platten, zwischen denen die zu untersuchende Krystallplatte ein- geklemmt wird. Einer der Turmaline lässt sich in seiner Ebene drehen, damit man bei parallelen Achsen beider Turmaline oder bei hellem Gesichtsfelde und bei gekreuzten Achsen oder dunkclem Gesichtsfelde beobachten kann. Wir werden später se- hen, dass der Gebrauch der Turmalinzange als Polarisationsapparat den Vortheil gewährt, sehr convergentes Licht anzuwenden und I. Brewstkk, l'hü.Tranmct. 1S14. P. I. p. 190. >. Biot, Traiti. Tome IV. 18]ü. p. 295. •J. Hbkschkl, Vom Licht. S. 596.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22285301_0053.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


