Zur Geschichte der internationalen und freiwilligen Krankenpflege im Kriege / von E. Gurlt.
- Ernst Julius Gurlt
- Date:
- 1873
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Credit: Zur Geschichte der internationalen und freiwilligen Krankenpflege im Kriege / von E. Gurlt. Source: Wellcome Collection.
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![Wortes, weibliche Arbeit und Thätigkeit sehr in den Vordergrund treten musste, während ein grosser Theil der Männer, selbst solcher in reiferem Alter, die Waffen (in der Landwehr und im Landsturm] ergriffen hatte. Dazukam, dass, nach dem zuerst in Preussen gegebenen Beispiel (S.219), dem regierenden Hause angehörige Fürstinnen, vielfach die Landes- mutter selbst, wie in Bayern (S. 671), Baden (S. 698), Grossherzogthum Hessen (S. 649), Kur-Hessen (S. 635), Lippe-Detmold (S. 561), Schwarz- burg-Rudolstadt (S. 528), oder sonst dem Throne, nahestehende Prin- zessinnen, in Bayern (S. 678, 679), Sachsen-Weimar (S. 505), Sachsen- Meiningen (S. 521), beiden Mecklenburg (S. 573, 580), Anhalt-Dessau (S. 529), an die Spitze der Frauen-Vereine des Landes traten, nachdem sie dieselben zum Theil] erst in's Leben gerufen hatten. In Preussen führten die Vereine, deren Bildung auf alle Weise von den Staats-Behörden angestrebtundbefördertwurde(S.224, 347, 374, 388) den Namen »Wohl- thätigkeits-Vereine«, namentlich dann, wenn sie ausschliesslich oder vor- zugsweise der Krankenpflege sich widmeten und zu den Lazarethen in nahen Beziehungen standen. Ueber den Wirkungskreis der Vereine überhaupt finden wir, theilweise von den Staats-Behördeu erlassen oder bestätigt, für die verschiedenen Länder sehr bestimmte Instructionen, welche ihre Thätigkeit abgrenzten und regelten; so namentlich für Preussen (S. 225, 258, 349, 399), Bayern (S. 673), Baden (S. 699), Grossherzogthum Hessen (S. 649 ff.), Frankfurt (S. 621). Wie aber die Vereine selbst ihre Thätigkeit auffassten, und welche Grundsätze sie dabei, namentlich bei der Vertheilung ihrer Gaben verfolgten, darüber liegen einige sehr interessante Aeusserungen vor (S. 259, 270 ff., 273 ff., 603, 606 ff.), während für die Anerkennung, welche andererseits die freiwillige Hilfsthätigkeit der Vereine bei Hoch und Niedrig fand, von uns ebenfalls mehrere der competentesten Zeugnisse beigebracht worden sind (S. 166, 278, 318 ff., 322, 327, 349, 378, 386, 387 ff., 390, 396 ff.. 413, 418, 425, 433, 436, 629). —Die schon oben angedeutete organische Gliederung und Centralisation der Vereine in einzelnen Landestheilen und Staaten konnte, nach den 1813 in den Alt-PreussischenProvinzen gemachten Erfahrungen, 1814 in den neu erworbenen oder wiederge- wonnenen Rheinischen Landestheilen (S. 394, 399, 411) und in den der Volks-Erhebung auch auf diesem Gebiete sich anschliessenden Süd- deutschen Staaten, wie Bayern (673, 677), Baden (S. 699), Grossherzog- thum Hessen (S. 649) in's Leben treten. Im folgenden Jahre, 1815, wurde von verschiedenen Seiten die Erspriesslichkeit einer Verbindung und gegenseitigen Unterstützung unter den einzelnen Vereinen hervor- gehoben (S. 391, 604), eine solche zum Theil auch thatsächlich dadurch ausgeführt, dass die auf dem Kriegsschauplatze befindlichen Delegirten einzelner Vereine von anderen Vereinen Sendungen zur Vertheilung](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21055804_0883.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)