Schwärmer und Schwindler zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts / von Eugen Sierke.
- Eugen Sierke
- Date:
- 1874
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Credit: Schwärmer und Schwindler zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts / von Eugen Sierke. Source: Wellcome Collection.
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![3ugenb an pm Grübeln berleitet. — 2(1^ er acS^t 3a^re alt irar^ trurbe er in eine Mcfterfd^ule gebrab^t, um bort 33^ufi! unb Latein ju ternen, unb btefe |3fäffif(^e ^Dreffur geno^ er bt^ jum jmölften 3a:^re. Uebrtgen^ btieb er nid^t mä^renb ber ganzen in bemfetben ^lofter;. fonbern er befud^te nod^ ein ^treite^. (Seine (Ottern, bie fei^r fromm ge=* mefen fein folten, beflimmten i:^n für ben geiftüd^en Staub, oieüeid^t aud^ neben^^er, um i^rem iBrob^errn, bem iBifd^of, einen (Gefallen ermeifen, unb fo tourbe er benn in feinem 16. gebendja^re mit einem Sti^enbium nad^ Saitlingen ju ben 3efuiten gefd^idtt, um bort bei i:^nen ^:^itofoj3.l^ie unb S^^eologie jü ftubiren. 3n S)itlingen befant^ fidb nämtid^ bamal^ ein Seminar, ba^ oon 3efuiten geleitet tourbe. — Sie un^ fein eifriger Jünger, ber berliner ^rofeffor Sotfart, in ber ©nteitung p feinen „Erläuterungen beö 3}2eömeriömu6 (^Berlin 1815) berichtet, foll fid^ bort im Seminar burcl) ^VL]aü ein auf^ geflärter unb toiffenfd^aftlid^ gebilbeter SO^ann beö Sünglingö an* genommen :^aben, ba er beffen brennenbe Sipegierbe unb Stre^' ben, fidl) am^ in anbern Siffenfd^aften ^u oetoollfommnen, toapnai^m. — S)iefer äJ^ann nun (ber fid^erlid^ fein 3efuit getoefen fein toirb) mad^te pn nicht nur mit ber Solfifd^en ^h^lofo^h^^r fonbern aud^ mit ber SO^athematif befannt unb ertpilte i^m in biefer !S)iöci^lin. Unterricht; }a er oerfc^affte i^m fogar bie nöthigen Sehrbücher unb führte ihn auch nuprbem in bie franjöfifche Sprache ein. Sie ba§ alle^ möglich getoefen, ba bod(; bie 3efuiten über ihre 3bglinge eine äuprft ftrenge 3lufficht führen unb alle ihre Stubien auf^ eingehenbfte controliren, toirb nicht näher mitgetheilt. Sahrfd^einlid^ ftubirte SlRe^mer nur auf bem Seminar, ohne fich) bafclbft audh im Sogiö in befinben. 3m lederen gälte toäre ihm bie Solfifche ficherlidi> fchlecht befommen. 3)^athematif unb^^Ph^lofopie fagten ihm aber mehr ju alö bie^irchen=^ oäter unb 3}?oraltheologen, benen er brei 3ahre in S)illingen unb fpter nodh einige 3^^! ber Unioerfität in Sngolftabt toibmete. Statt nun nach biefem Stubium in ben geiftli^en Staub einptreten, fagte er bet S:heologie pöpicb 3Salet unb ging nach ^ien, um bort neben '$hhf^^ unb 2}^athematif fidh ber gnri^bi^nbenj, bie er nun p feinem iBeruföftubium ertoählte, pptoenben. Seine Mittel toaren erfchö^ft, ba fein Stihenbium aufhörte unb er oon §aufe natürlich feinen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29003313_0084.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)