Die Lehre von der Fäulniss : auf physiologischer Grundlage / einheitlich bearbeitet von Arnold Hiller.
- Hiller, Arnold, 1847-
- Date:
- 1879
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Credit: Die Lehre von der Fäulniss : auf physiologischer Grundlage / einheitlich bearbeitet von Arnold Hiller. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![nisclieu SiolTeii durch den Fäiilnissprocess statt, sondern es bleiben die Stoftc an und für sich in beiden Reihen von Processen unver- änderlich dieselben; nur die Pornien wechseln und die VeiJ)indungen, zu welchen sich die Atome in der lebenden Substanz und in der faulenden Materie gruppiren. ') ln diesem AVechsel der Form und Verbindungen stehen sich aber beide Gruppen von Processen diametral gegenüber. Denn das Leben in der Thier- und Pllanzenwclt baut auf, es bildet neue Formen und erzeugt zusammengesetzte Verbindungen; die Fäulniss hingegen löst auf, sie zerstört die Formen und vernichtet diese Verbindungen wieder. Dort führt der Lebensprocess auf dem Wege der Ernährung und Vermelirung zu jener erstaunliche]! Vielgestaltigkeit'der organischen Körperformen, welche wir heute an der lebenden Natur bewundern; hier endigt der Process mit der Umwandlung dieser Körperformen in Jene einförmige, gieichmässige und anorganische Materie, welche wir in der Luft, dem Wasser und der Erde als Gase oder Salze wiederfinden. Dort also Entwickelung und Aufbau, hier Zerstörung und Auflösung. Die Materie an und für sich bleibt bei diesem Wandel der Stoffe unverändert; nur die Form der Materie ändert sich. Je nachdem sie der Einwirkung des Lebensprocesses oder des Fäulnissprocesses unterliegt. Aber nicht blos materiell, sondern auch zeitl ich grenzen heben und Fäulniss eng an einander. Die Fäulniss eines Thier- und Pflanzenkörpers fäggt genau da und zu dem Zeitpunkt an, wo das Leben in demselben aufhört, und umgekehrt folgt dem Be- ginne der Fäulniss, wie das Mikroskop lehrt, die Ihitwickelung Lebens unmittelbar auf dem Fusse nach. Von dem Moment des Todes an treten in einem abgestorbenen Gewebstheil bekanntlich Jene feinen physikalischen Veränderungen ein, welche oft nur schwer durch veränderte Farbe, Geruch und Geschmack sinnlich b Sehr bezeichnend hat diesem Gedankeji von dem Kreislauf der i\[atcrie zwischen organischer und anorganischer Natur bereits der italienische Forscher (riordano Bruno Ausdruck gegeben, welcher im Jahre 1600 in Rom ver- brannt wurde. Br sagt: „Was erst Samen war, wird Gras, hierauf Aelire, alsdann Brod, Nahrungssatt, Blut, thierischer Same, Bmbiyo, ein Mensch, ein Leichnam; dann wieder Erde, Stein oder andere Masse u. s. f. liier erkennen wir also etwas, was sich in alle diese Dinge verwandelt mid an sich immer ein und dasselbe bleibt Wo wir sagen, dass etwas stürbe, da ist dies nur ein llcrvorgang zu einem neuen Dasein, eine Auflösung dieser Verbindung, die zugleich ein Eingehen in eine neue ist.“ (Aus L. Büchner: „Kraft uml](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28082667_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)