Die Lehre von der Fäulniss : auf physiologischer Grundlage / einheitlich bearbeitet von Arnold Hiller.
- Hiller, Arnold, 1847-
- Date:
- 1879
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Credit: Die Lehre von der Fäulniss : auf physiologischer Grundlage / einheitlich bearbeitet von Arnold Hiller. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![wahrnehmbar sind und den ersten Ausdjaick der lauligen Zersetzung darsteJien; und fast um dieselbe Zeit la.ssen sicJi bereits mikros- ko])isch jene kleinen und einlachsten pllanzlicdien (leschöpfc (Micro- coceen) naehweisen, wek'he als die kleinsten aller lebenden Wesen und als die niedersten können des organischen Lebens übeikaunt bekannt sind. Allerdings gescliielit der IJuliergang vom Jadicn zur l'’äiiliiiss und von der Fiüilniss rvioder zum Lidieu meist so allmäliliel], dass es uiclit möglieli isl, durdi die geivöliulidie Simiesivaliruelimuiig demsclbeu zu Ibigeu und eine sdiaric Grenze zwisidicu beiden Processen aulziistellen. Viel leiditei- ist in neuerer Zeit der Nacb- «■eis des l.ebens in lanlenden Slidl'en geworden dnrcli die Kin- liilirnng- und A'erbcsserung di>s Mikroskops, insofern man mit starken Vergrösserungen die Pnlwickelnng jener niedersten, ein- fadisten Wesen (Spaltpilze, Mikrococcen, ßacterien) schon sehr frühzeitig erkennen und verfolgen kann. So beobacliteten z. 15. Pillrolh und andere Forscher die Enlwickeliing von Jlikrococeen m todten Gewebstheilen (Muskel,- Jlerzbeutellliissigkeit) schon ive- nige Stunden nach dem 'Tode des Individuums. Weit schwieriger aber ist auf der anderen Seite der Nachweis des Lintritts der Faulniss in bis (Tahin lebenden Geweben oder Iiuhvidncn. 3lan kann allerdings sagen, dass der Beginn der fauligen postmortalen Zersetzung gegeben sei mit dem Eintritt des Todes eines Lidividuums; aber bekanntlich ist aucli gerade die Erkennung des Todes und seine genaue Unterscheidung vom Leben m vielen Eällcn ausserordentlich schwierig, und die Aiif- lindung zuverlässiger Kriterien des eingetretenen Todes bildet noch lientc eine wichlige, bis dahin ungelöste Aufgabe der forensischen Aedicm. Gewöhnlich gilt der Tod eines Individuums oder Organs en-st als gesichert, wenn deutliche Zeichen von Faulniss (Muskel- starre, Todten (lecke, Geruch) aufgeUeten sind, in welchem Falle also die Faulniss als Erkenmmgsmittcl des Todes, aber nicht der Tod als Erkennungsmittel für den Beginn der Fäulniss dient. ' Diese Schwierigkeit der Unterscheidung hat auch vielfach zu einer Verweclishing der Begriffe „Tod“ und „Fäulniss“ Anlass gegeben. Ganz abgesehen von der Pathologie, in welcher Mortifi- cations- und Fäulnissprocesse früher vielfach zusammengeworfen wurden, ist es namentlich unser alltäglielicr Sprachgebrauch, wel- cher die beiden Begriffe Tod und Fäulniss mit einander indentilicirt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28082667_0024.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)