Die Lehre von der Fäulniss : auf physiologischer Grundlage / einheitlich bearbeitet von Arnold Hiller.
- Hiller, Arnold, 1847-
- Date:
- 1879
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Credit: Die Lehre von der Fäulniss : auf physiologischer Grundlage / einheitlich bearbeitet von Arnold Hiller. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![« Wesen, Eintlieilung. Cliemisimis der Fäulnissprocesse. 19 die analytische Cliemie betrachtet werden; denn die materiellen und princi])ielleii Schwierigkeiten erscheinen hei näherer Betrachtung fast unüherwiiidlich. Die grosse Mannigfaltigkeit der organischen Stolle, welche lu einem thierischen oder pllan/licheii Gewebe Vorkommen und stets gleichzeitig der Decomposition unterliegen, die an und für sich schon complexe Zusammenselzung jedes einzelnen dieser Stolle, endlich das Chaos von Umsetzungen, welche bei der Fäul- niss eines Organs neben und nach (üminder veidaufen, macht es in der That unmöglich, der Natur und dem Gange dieser Zer- setzungen im Einzelnen zu folgen. Man hat wohl durch einfache Analyse die Stolle ermittelt, welche au der Zersetzung betheiligt sind, und die Producte bestimmt, welche aus den sich zersetzen- den Stollen hervorgehen; aber wie diese Producte aus der fäulniss- lähigen Substanz entstanden sind, ist uns bis jetzt nur a.n einzelnen Befs])ielen bekannt. Der einzige Weg, welcher sich hier mit einiger Aussicht auf El folg betreten lässt, ist der, dass man jeden einzelnen der an der häulniss betheiligten Steife für sicli allein unter den üblichen Be- dingungen der fauligen Zersetzung unterwirft und die Veränderungen, welche derselbe hierbei nach einander erleidet, Schritt für Schritt feststellt. Erst aus der Reihenfolge dieser Veränderungen und aus dei Natur der neu gebildeten Stoffe wird es möglich sein, einen einigermassen klaren Einblick in den natüidichen Gang der Zer- setzung zu gewinnen. Dieser Weg ist in der neuesten Zeit von physiologischen Chemikern, insbesondere Hoppe-Seyler und seinen Schülern, mit dem günstigsten Erfolge betreten worden. • Am besten isf wohl in dieser Hinsicht bis jetzt die Päul- niss des Faserstoffes erforscht. Das Fibrin ist bekanntlich, nach den Untersuchungen von Al. Schmidt, eine aus der Zusam- menwirkung zweier löslicher Eiweisskörper durch Fermentation (Gerinnung) hervorgegangene unlösliche Modification, welche für sich allein mit Wasser angesetzt, bei Luftabschluss chemisch un- verändert bleibt, unter der Einwirkung von Wärme und Fäulniss- fermcnlen jedoch leicht m Fäulniss übergeht Es bildet sich dabei, wie Hoppe-Seyler, Kühne und Andefe landen, aus dem unlöslichen bibrin zunächst eine lösliche Eiwei.sssubstanz, welche in die Kate- gorie der Globuline zu gehören scheint und einem anderen hliweiss- körper, dem l\Iyosin, sehr ähnlich ist; gleichzeitig entsteht im Kol- ben ein llockiger, eiweissartiger Niederschlag, welcher sich bei 2*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28082667_0037.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)