Abhandlungen und Notizen über E.A. Groux's Fissura sterni congenita / von den berühmtesten Ärzten Europa's.
- Date:
- [1857]
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Credit: Abhandlungen und Notizen über E.A. Groux's Fissura sterni congenita / von den berühmtesten Ärzten Europa's. Source: Wellcome Collection.
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![tier nicht bo seltenen lubcrculiJsen lufiltrationen dieses Lungenrandes. Eroffnet man mil einer hierzu passendcn Scheero den Briistkasten durch Spaltung des Sternums an seiner MittcUinie, indcm man den Sclinitt vom jugulum gegen den Scliwertknorpcl fiilirt, so wird immor der rechte Pleurasack eroffnet, die lamina mediastini wer- den nicht beriihrt, der linke Pleurasack bleibt nnverletzt. In dem vorliegenden Falle geht somit be- reits aiis der Lage der Fissur hervor, wie die lamina mediastini liegen, dass die Fissur iiber dem recliten Pleurasacke liege, dass durch die- Bnlbc das .Stiick der pleura costalis dextra, wel- thes die innere Flache des Sti'rnums bekleidct, eine der Breite der I'^issur entsprechende Aus- dehnung erlitten. dass jedoch eine gleiche Aus- dehming dc n vorderen Rand des rechten Lungen fliigels, wi IcH'T daselbst die genannten Theile des Ci' culations-Apparates bed.-ckt, betroflFenhat. Wir haben an einem anderen Orte (Vide: Prager Vierteljahrsschrift. J. 1853, Band 3) das Weitero nachgewie«en, wie die Eroffnung eincs Oder beider Pleurasacke, wenn namlich hierzu getignete I^eichen genommen werden, das Ver- haltniss der glatten Flachen der Pleura zerstoro, wie sich hierbei die Lungen einfach retrahiren (einfache Retraction der Lungen), wie Pneumo thorax, so gut an Leichen, wie ira Leben, hier- durch eingeleitet werde, uud wie hierbei die Form, GroBse und Lagening des Herzens, der Gefassstamme und noch andere Veranderungen am Mediastinum, an der Brustwand, am Dia phragma, am Unterleibe, nothwendig verursacht werden. und wie man bis jetzt diese Verhalt- nisse mit den vor der Eroffnung des Brustkastens. and selbst mit den wahrend des Lebens Vor- handenen verwechselte. ZurErwerbung begrlind jter Kenntnisse iiber die Lagening der laminae mediastini, des Dia- phragma. des Herzens und der grossen Gefass- Btamme, insbesondere iiber das Verhiillniss der vorderen oder convexen Wand des Herzens und seiner Ostien zur vorderen Brustwand uud zu den vorderen Randern der Lungen, ist es noth- wendig, diese Verhaltnissc vorerst durch die Erscheinungen dor Percussion zu erforscheu, die Theile durch lange Nadeln (Dr. J. Meyer in Virchow's Archiv J. ISfiO) zu fixiren, dann erst wird vorerst die Bauchhohle erofTnet, das Diaphragma betastet und darauf ein Pleurasack erofl'uet, das Mediastinum besichtigt und die Verhaltnis^e erhoben. — Um die Verhaltnisse der unteren oder hintcren Wand des Herzens, insbesondere seine Entfernung vora Oesophagus, von der Aorta tlioracica descendens uud von der Wirbelsaulo zu erforscheu, eroflfne man die Bauchhohle. den ^fagen, die Aorta abdominalis, und fiihre den Zeigefinger so hoch als miiglich hinauf, — man kann hierbei iiberdies die vordere Brustwand durch einen Druck vereugera oder mit der Hand ctwas heben. Durch diese Me- thoden gelangt man zu denjenigen Lagcverhalt- nissen der genannten Theile, die wahrend des Lebens vorkommen, wiihi-end die allgcmein gangbaren Angaben hochstens erofFneten Leichen entsprcchen, oder nur bei pathologischen Vcr- haltnisseu, besonders bei Pneumothorax, vor- kommen. Um beweisen zu kiinnen, dass beim Herrn Groux die Lagerungs-Verhiiltnisse des Herzens, insbesondere seiner convexen Fl.tcho zur Brust- wand, zu den vorderen Uandern der Lungen, Kowie die Verhaltnissc der Ostien des Herzens und der grossen Gefassstamme g.inz imd gar die gewohnlichen sind, halten wir es fiir noth- wendig, in Kiirze des normalen Vorkommcns der Lagening dicscr Organe zu envahuen. Wird der Brustkasten eroffnet, so retrahiren sich die Lungen, verandert sich die Wolbung 4 — des Diaphragma, die laminae mediastini be- kommen eine andere Richtung, es wird an deu- selben nicht mehr erkennbar, in welchera Ver- haltnisse insbesondere die lamina mediastini si- . j nistra zur pleura costalis gestanden habe, das . Herz liegt beweglich imd entfernt von der vor- deren Brustwand, kann durch eine jede Lage- : veranderung des Cadavers eine andere Stellung ' annehmen. — Bekannterweise liegt das Herz mit dem Pericardium im Mediastinum zu bciden Seiten von den laminis mediastini begranzt und kann somit, strong anatomisch gesprochen, auf keine Weise mit der pleura costalis oder vis- ceralis oder mit den Lungen in eine unmittelbare Beriihrung kommen. Die gewohnliche Angabe: die convexe Wand der Kammern liege unmittel- bar an den linken Rippenknorpeln, oder beriihre zwischen dem 4. und 6. Rippenknorpel die Brust- wand, werde an derselben durch die Percussion, durch das Betasten der unteren Wand der linken Hiilfte des Diaphragma, durch Einstechen von Nadeln vor der Eroffnung des Brustkastens, durch die Bloslegung der pleura costalis u. s. w. nachvveisbar, will somit nur so viel sagen, dass an dieser tjtello die lamina mediastini sinistra an die pleura costalis angelagert und dass der vordere Rand des linken oberen Lungen-Lappens entsprechend weiter nach Aussen rctrahirt sei. Die andere gewohnliche Angabe: das Herz werde von dem vorderen Rande der linken Lunge bedeckt, die linke Lunge reiche bis an den linken Sternalrand. wie es die Erscheinungen der Percussion, das Einstechen von Nadeln, die f Untersuchung der unteren Wand des Diaphragma, ( die unmittelbare Anschauimg, wenn die linken i Rippenknorpel vorsichtig abgetragen und die i pleura costalis blossgelegt werde, nachweiset i u. s. w., Avill somit nur so viel sagen, dass der j vordere Rand des linken oberen Lappens bis I t an den linken Sternalrand angezogen, dass der- i t selbe daselbst zwischen die lamina mediastini i sinistra und die pleura costalis eingeschoben sei, i wobei jedoch gleichzeitig die convexe Wand I der Kammern mehr weniger, — etwa in der j Weise, wie nach der Eroffnung der linken Pleura i oder wie beim Pneumothorax, — nach Aussen < umgerollt ist. — Diese zwei Verhaltnisse der ( convexen Wand der Kammern zu den linken i Rippenknorpeln, d. i. die Anlagerung der lamina ' mediastini sinistra an die pleura costalis zwischen dem 4. und 6. Rippenknorpel oder das Elu- gcschobensein zwischen dieselben des vorderen Randes des linken oberen Lungen-Lappens sind diejenigen Lageverhaltnisso des Herzens, die als die horizontale und verticale I^age des Her- zens bezeichnet werden. — Bei einer genauen ] Untersuchung dieser Verhaltnisse lindet man | namlich, dass das Herz weder horizontal, noch ; weniger vertical gelagert sein konne; mit Aus- , nahme besonderer Verhaltnisse bei grossen Ex- | sudaten Pneumothorax, ungewohnlichen Hyper- . trophicn u. dgl. m. hat das Herz so ziemlic.h immer diesolbe Lagerung: die Einmiindungs- stelle der Cava superior in den rechten Vorhof entspricht dem Costalende des zwciten rechten ^ Rippenknorpels, die Cava superior liegt in der f Hohe der 2. rechten Rippe nach Aussen vou Aorta asccndens; die iiusst^rsfe Vereinigungsstelle der rechten Kammer mit dom rechlcn Vorhofe (d. 1. der durch den vcrticalen rechten und schiefen unteren Rand des Herzens gcbildeto Winkel) entspricht dem .5. rechten Rippenknorpel; , die oslia artcriosa dejn linken Stornalrandc an . der Verbindung desselbcn mit dem 3. Rippen- knorpel; das Septum ventriculorom vcrlSutt von ., dieser .Stclle schief nach unten uud .aussen zur ' Hcrzspitze. welchc etwa hinter dem Costal-Endo ^ des 6. Rippenknorpels gelegcn ist. ^ Dass insbesondere die Hcrzspitze, wie es ^ bei der sogenannten vei-ticalcn Lago des Herzens](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21477930_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)